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Alice Andres – Punks Return (Punk’s Undead #2)

Veröffentlicht am

Titel: Punks Return
Autorin: Alice Andres
Verlag: O’Connell Press
Genre: Horror
Seiten: 1874 KB entsprechen rund 140 Seiten.
Format: eBook
ASIN: B01MCSZI7Z
Das Buch auf der Verlagshomepage

Link zu Band 1: *klick*

Nachdem Buch 1 gefühlt mitten im schönsten Cliffhanger endete, habe ich mich sehr gefreut, als mich die Autorin fragte, ob ich auch für Band 2 wieder ein Leseexemplar haben möchte. Natürlich wollte ich – schließlich will man wissen, wie sich der Cliffhanger aus Band 1 auflöst und wie das Ganze dann weitergeht ;-).
Anders als der recht actionlastige Reihenauftakt geht es hier etwas ruhiger weiter – in meinen Augen eine gute Mischung. Die meisten Autoren machen den Fehler, nach einem actionreichen Auftakt NOCH mehr geballte Action in den Mittelteil zu klatschen und das Ganze damit irgendwann in dragonballartige Höhen zu peitschen (nicht falsch verstehen – ich mag Dragonball – aber dort ist das Konzept irgendwie trashig-charmant, woanders meist eher nicht…). Nicht so hier. Statt in die Breite, geht die Handlung erstmal in die Tiefe und das ist gut so.

Achtung: Dies ist die Rezension zu einem zweiten Band. Spoiler zu Band 1 lassen sich nur bedingt bis gar nicht vermeiden. Wer „Punk’s Undead“ nicht gelesen hat, der klicke auf den obigen Link zu Band 1.

Cover:

Das finde ich im Nachhinein sogar noch besser als das Cover von Band 1. Mit den grüngoldenen Augen und der Nahaufnahme habe ich das Gefühl, direkt einem der Nosferatus in die gelben, stark geschminkten Augen zu starren. Auch die Schrift ist jetzt kontrastreicher und dunkler, die Schriftart bleibt gleich. Nur das „Die Vampir-Punk-Reihe“ in der obersten Ecke ist nicht perfekt lesbar, aber das ist Meckern auf hohem Niveau bei einem Cover, das ich – sobald es auf Facebook gezeigt wurde – sofort angehimmelt habe.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Ich gebe ehrlich zu, im ersten Moment war ich verwirrt. Wer Teil 1 kennt und weiß, wie das endet, kann mich vermutlich verstehen. Wir begleiten Laura, die versucht, ein normales Leben zu führen – was nicht gerade dadurch erleichtert wird, dass ihre Sinne ungefähr so scharf sind wie die eines Vampirs und ihre Essgewohnheiten ein wenig roher sind als gewöhnlich. Dass Olli dann ausgerechnet als Bewältigungsart „Wir ignorieren jetzt einfach alles, was zwischen Anfang und Ende von Band 1 passiert ist“ gewählt hat, ist für Laura NICHT hilfreich und da kann ich Lauras Frustration und deren Folgen sehr gut nachvollziehen.
Wir erhalten hier einen weiteren Einblick in die Vergangenheit von Olli und Valentin, es gibt immer noch genug Action – auch wenn, wie oben bereits erwähnt, die Handlung an sich ruhiger ist – und wir erfahren mehr über die Nosferatus.
Dabei wird Valentin als Charakter immer interessanter und vielschichtiger. Auch scheut sich die Autorin wie schon in Band 1 nicht, Leuten etwas anzutun. Auch wichtige Figuren sind nicht sicher und das baut natürlich zusätzliche Spannung auf.
Dennoch bleiben bei all dem genug Fragen übrig, um die Leser auf den nächsten Band hibbeln zu lassen. Ich will jedenfalls jetzt SOFORT wissen, wie sich die ganzen Rätsel auflösen, aber da werden wir uns wohl eine Weile gedulden müssen…
Bei all der Spannung bleibt aber auch das Tiefgründige nicht auf der Stelle – in einem neuen Gewand stellt hier Alice Andres die Frage danach, was uns zu Menschen macht. Ist es das Gewissen? Und ist ein gewissensloses Leben wirklich automatisch glücklicher? Da werden die essentiellen Fragen der Gesellschaft mal eben ganz nebenher in einem unterhaltsamen Kleid erläutert – so, wie ich es mag, ohne erhobenen Zeigefinger und dennoch nachdenklich.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Hat Spaß gemacht. Hat wirklich, wirklich großen Spaß gemacht und ist oft auch sehr selbstironisch unterwegs.
Ich glaube, ich habe selten so viel gelacht, wie bei dem Dialog zwischen Laura und Valentin, bei dem Valentin das Wort „Alpha-Kevin“ in den Mund nimmt und sich dafür von Laura eine hämische Bemerkung anhören darf ;-).
Die vielen versteckten Anspielungen auf Populärkultur und Geekiges ließen den Roman manches Mal zu einem lustigen Wimmelbildbuch werden, bei dem jede gefundene Anspielung einen Bonuspunkt bringt.
Laura ist durch die Erlebnisse in Kroatien erwachsener geworden – und das merkt man auch der Erzählsprache an. Keine quirligen Schwärmereien mehr, keine Ausflüge ins Naivpoetische. Eine Sprache, die genau auf Laura und ihre neue Situation abgestimmt ist.
Und dazwischen, sehr charmant, ein paar Zeilen Münchener Dialekt.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ein zweiter Band, der sich nicht hinter Band 1 zu verstecken braucht.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen und habe mich gefreut, dass es nach dem rasanten Anfang jetzt mehr in die Tiefe geht und hintergründiger wird. Nun freue ich mich auf das Warten, auf Band 3 und darauf, tiefer in diese Welt eintauchen zu können.
Für mich gab es die perfekte Mischung aus gelösten und neuen Fragen, die perfekte (relative) Ruhe vor und nach dem Sturm und eine virtuos erzählte Geschichte abseits von Glitzervampiren.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Danke an O’Connell Press und Alice Andres für das Rezensionsexemplar!

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Alice Andres – Punk’s Undead (Punk’s Undead #1)

Veröffentlicht am

Titel: Punk’s Undead
Autorin: Alice Andres
Verlag: O’Connell Press
Genre: Horror
Seiten: 479 KB entsprechen rund 120 Seiten.
Format: eBook
ASIN: B014K61UDA
Das Buch auf der Verlagshomepage

Das Buch hat es echt, echt in sich – und ich bin eigentlich als recht begeisterte King-Leserin Vieles gewohnt.
Dafür, dass es nur 120 Seiten lang ist, ist es nicht nur sehr actiongeladen, es bietet auch einiges an Verwicklungen zwischen den Charakteren und viel Weltenbau – man erfährt Einiges über die Eigenschaften der Nosferatus (wenn auch offensichtlich nicht alles) und dennoch bleibt genug offen, um sich auf die Fortsetzung zu freuen.
Laura ist ein vielschichtigerer Charakter, als man anfangs annimmt und auch Olly ist weitaus mehr, als er zu sein scheint.
Nerdige Anspielungen und viel Musik runden das Ganze ab.
Mein Highlight war eine Diskussion, in der zwei Nosferatus darüber reden, wer alles ein Punk war – der eine führt Falco ins Rennen, der andere Goethe. Ich musste so lachen, weil ich spontan an Falcos „Rock me Amadeus“ denken musste…
Aber nun… die ausführliche Buchbesprechung.

Cover:

Das Cover ist anders als die, die ich sonst vom Verlag gewohnt bin. Mit dem körnigen Schwarzweißfoto eines Punkmädchens und der Schriftart zeigt es sofort, dass dieses Buch hart wird. Auch wenn die Schrift fast verspielt wirkt mit ihrem Effekt der teils leeren Buchstaben, die wie aufgesprayt wirken. Als hätte jemand Schablonen und Negative von Schablonen nebeneinander auf Asphalt gelegt.
Wenn man genau genug hinsieht, erkennt man übrigens in der oberen rechten Ecke die Schatten von Waffen, die sich auf das Punkmädchen richten. Das Detail wäre mir bei der Betrachtung des Covers auf dem Handy gar nicht aufgefallen, finde ich aber jetzt im Nachhinein sehr schön.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Das Buch steigt schnell ein, schafft es aber dennoch, die Atmosphäre gut einzufangen. Das versiffte Gelände irgendwo in der osteuropäischen Pampa, die bunten und kreativ frisierten Punks und mittendrin… Laura. Wie aus einer Werbung für Hello-Kitty-Artikel entsprungen.
Das alles ist sehr lebendig und wird für den Leser ziemlich schnell lebendig – schnell genug, um Laura augenblicklich in Kampfhandlungen zu verwickeln, die einfach nur cool sind…
Ich bin ganz ehrlich, auch wenn ich nicht so aussehe (okay, im Internet ist das ein ziemlich blöder Satz 😀 ), mag ich gut choreografierte Kampfszenen, rasante Verfolgungsjagden und Armbrustschießereien. Jep. Keine Gewehre. Eine Armbrust.
Aber auch abseits der coolen Kampfsequenzen passiert Einiges – im Zwischenmenschlichen ist zwischen den Figuren nichts so einfach, wie es scheint und auch der Weltenbau ist gar nicht so simpel, wie es anfangs vorkommt. Eigentlich wollte ich ja sofort nach dem Lesen eine Fallstudie schreiben, jetzt will ich aber erstmal die Folgebände abwarten, denn es wartet die eine oder andere Überraschung.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Mir hat die Sprache hier sehr gut gefallen. Alice Andres arbeitet sehr zielsicher, ohne Floskeln oder unnötiges Drumherumgerede. Wenn ein Arm abgebissen wird, dann wird ein Arm abgebissen. Punkt.
Dieser schonungslose Stil vermengt sich immer mal mit Lauras anschaulichen Vergleichen, die gerade wenn sie schwärmt, auch durchaus ins Poetische abgleiten können – dabei aber immer authentisch bleiben. Ja, so fühlt man sich als junges Mädchen in einer solchen Situation wohl, so denkt und spricht man.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ein Vampirroman, der anders ist als das, was ich sonst in der Richtung lese – normalerweise bevorzuge ich Romane aus Sicht der Vampire und habe es nicht so mit Vampirjägern.
Hier war die Story allerdings so spannend und die Kämpfe so faszinierend, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen.
Außerdem wird zwar aus einer Sicht geschildert, aber die Vampire haben durchaus Tiefgang, der über „sind zum Töten da“ hinausgeht.

Ich freue mich auf Band 2.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Danke an O’Connell Press und Alice Andres für das Rezensionsexemplar!

Andrea Tillmanns – Julia Jäger und die Macht der Magie (Julia Jäger #1)

Veröffentlicht am

Titel: Julia Jäger und die Macht der Magie
Autorin: Andrea Tillmanns
Verlag: O’Connell Press
Genre: Urban Fantasy, Young Adult
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren (persönliche Einschätzung)
Seiten/Volumen: 437kb entsprechen 127 Seiten
Format: eBook
ASIN: B0149JXA1I
Das Buch auf der Verlagshomepage

Das war wieder eins der Bücher, die ich in einem Rutsch gelesen habe – bei einer lockeren Sprache, einer sehr authentischen Protagonistin und einer spannenden Geschichte kein Problem.
Kurioserweise habe ich mich beim Klappentext verlesen und statt „geheimnisvolle Münze“ blöderweise „geheimnisvolle Mütze“ gelesen – und habe mich im Vorfeld halbtot gegrübelt darüber, wie eine Mütze geheimnisvoll sein soll und wie eine solche Mütze aussehen würde.
Erst als ich dann wirklich angefangen habe, zu lesen – und statt einer Mütze eine Münze auftauchte – habe ich meinen Fehler bemerkt.
So kann ein Verleser zu völlig falschen Erwartungen an ein Buch führen!

Cover:

Im Vordergrund steht die Protagonistin – eine junge Frau mit aschblonden oder hellbraunen Haaren und verträumtem Gesichtsausdruck. Die Münze, um die es in diesem Band geht, sieht man nur halb – sie ist unten links zu sehen. Der Titel selbst steht in einer sehr verspielten Schriftart auf dem Cover – das ansonsten mit einem sehr schlichten und fast etwas traurigen Hintergrund aufwartet.
Ich bin gespannt, ob die Cover der Folgebände diesen Grundaufbau – Protagonistin im Vordergrund, Thema des jeweiligen Bandes eher etwas in der Ecke – beibehalten werden. Denn im Prinzip sagt das Cover aus, dass hier sehr nah an der Figur gearbeitet wird, sehr figurenzentriert.
Als Fan der personellen Erzählweise gefällt mir das sehr gut.
Einziges Manko an diesem Cover ist, dass es aufgrund des eher gräulich wirkenden Hintergrunds und dem Blick des Mädchens ein wenig traurig wirkt. Dabei ist die Geschichte spannend, lustig, locker – aber nicht traurig. Vermutlich soll der Hintergrund auf das graue Wetter im Buch anspielen, aber ich weiß nicht, inwiefern er falsche Erwartungen weckt (wobei ich auf hohem Niveau jammere und mich bei meinen Cover-Interpretationen immer frage, ob sich jemand das auch nur annähernd so genau anschaut wie ich :O )

Feuerflocke vier Sterne Klein

Inhalt:

Die Geschichte spielt in unserer Welt, allerdings mit einigen kleinen Modifikationen. So gibt es in dieser Version unserer Realität Magier und Menschen mit besonderen Kräften. Außerdem gibt es magische Artefakte, die verschiedene Funktionen und Wirkungen haben – eins davon ist die geheimnisvolle Münze, die Tim in seinem Besitz hat.
Der Weltenbau wirkt auf mich soweit ich das bei einem Reihenauftakt bereits beurteilen kann, rund – es wird zwar nicht geklärt, woher und wieso einige Menschen besondere Fähigkeiten haben, aber bei einem Mehrteiler finde ich es okay, dass nicht alles im Reihenauftakt ausgeplaudert wird. Im Gegenteil. Ich bin gespannt, ob es in der 2016 erscheinenden Fortsetzung mehr zum Ursprung der Magie und der Magier erzählt wird.

Auch die Geschichte wirkte auf mich rund – Julia Jäger ist eine sehr sympathische Protagonistin. Bei so manchem ihrer Sätze dachte ich mir „Joa, in dem Alter hätte ich das auch so ausgedrückt“ oder „Das könnte auch meine kleine Schwester gesagt haben“. Ihre Gedanken sind authentisch und ihre Langeweile im Unterricht ist etwas, in das sich vermutlich jeder Mensch hineinversetzen kann ;-). Schön fand ich auch, dass sie und die anderen Figuren im Buch keinesfalls perfekt waren. Im Gegenteil. Sie machten Fehler, waren auch mal feige oder wussten nicht, wie sie handeln sollten.
Echte Jugendliche, keine Überwesen.
So wirkt auch die Geschichte echt und spannend – mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich fühlte mich wirklich gut unterhalten!

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Bei einem Buch, das stark vom Charakter des Protagonisten lebt, ist Sprache unheimlich wichtig. Und ich bin der festen Meinung, dass nichts so schwer ist, wie authentische Jugendsprache (ich bloggte mal auf der Weltenschmiede darüber, wie schnell das in die Hose gehen kann). Hier hat die Autorin in meinen Augen einen guten Mittelweg gefunden.
Julia und ihre Gedankensprache sind sehr locker, ohne gleich in Jugendslang abzuschweifen. Auch die anderen Jugendlichen sprechen eine leicht jugendlich angehauchte Hochsprache, sodass es nicht zu absolut lächerlichen Übertreibungen kommt, es aber dennoch immer deutlich ist, dass hier Teenager denken, sprechen und handeln.
Der Schreibstil trägt gut durch das Buch und ich hätte mir fast gewünscht, das Buch wäre länger – man will mehr davon.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ein sehr unterhaltsames Buch, das nicht nur Teenagern sondern auch Erwachsenen mit Faible für Jugendbücher gut gefallen würde.
Es lebt von einer authentischen Protagonistin und der dazu passenden Sprache, die Julias Welt zum Leben erweckt und wunderbar echt wirkt.
Auch die Nebenfiguren und Schauplätze verkümmern nie zu bloßen Pappaufstellern, es passiert auch dann etwas, wenn Julia gerade nicht anwesend ist.
Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen eines rasanten eBooks und freue mich auf die im nächsten Jahr erscheinende Fortsetzung.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Vielen, vielen Dank an O’Connel Press für das Rezensionsexemplar!