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Schlagwort-Archive: Vampire

Alice Andres – Punks Return (Punk’s Undead #2)

Veröffentlicht am

Titel: Punks Return
Autorin: Alice Andres
Verlag: O’Connell Press
Genre: Horror
Seiten: 1874 KB entsprechen rund 140 Seiten.
Format: eBook
ASIN: B01MCSZI7Z
Das Buch auf der Verlagshomepage

Link zu Band 1: *klick*

Nachdem Buch 1 gefühlt mitten im schönsten Cliffhanger endete, habe ich mich sehr gefreut, als mich die Autorin fragte, ob ich auch für Band 2 wieder ein Leseexemplar haben möchte. Natürlich wollte ich – schließlich will man wissen, wie sich der Cliffhanger aus Band 1 auflöst und wie das Ganze dann weitergeht ;-).
Anders als der recht actionlastige Reihenauftakt geht es hier etwas ruhiger weiter – in meinen Augen eine gute Mischung. Die meisten Autoren machen den Fehler, nach einem actionreichen Auftakt NOCH mehr geballte Action in den Mittelteil zu klatschen und das Ganze damit irgendwann in dragonballartige Höhen zu peitschen (nicht falsch verstehen – ich mag Dragonball – aber dort ist das Konzept irgendwie trashig-charmant, woanders meist eher nicht…). Nicht so hier. Statt in die Breite, geht die Handlung erstmal in die Tiefe und das ist gut so.

Achtung: Dies ist die Rezension zu einem zweiten Band. Spoiler zu Band 1 lassen sich nur bedingt bis gar nicht vermeiden. Wer „Punk’s Undead“ nicht gelesen hat, der klicke auf den obigen Link zu Band 1.

Cover:

Das finde ich im Nachhinein sogar noch besser als das Cover von Band 1. Mit den grüngoldenen Augen und der Nahaufnahme habe ich das Gefühl, direkt einem der Nosferatus in die gelben, stark geschminkten Augen zu starren. Auch die Schrift ist jetzt kontrastreicher und dunkler, die Schriftart bleibt gleich. Nur das „Die Vampir-Punk-Reihe“ in der obersten Ecke ist nicht perfekt lesbar, aber das ist Meckern auf hohem Niveau bei einem Cover, das ich – sobald es auf Facebook gezeigt wurde – sofort angehimmelt habe.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Ich gebe ehrlich zu, im ersten Moment war ich verwirrt. Wer Teil 1 kennt und weiß, wie das endet, kann mich vermutlich verstehen. Wir begleiten Laura, die versucht, ein normales Leben zu führen – was nicht gerade dadurch erleichtert wird, dass ihre Sinne ungefähr so scharf sind wie die eines Vampirs und ihre Essgewohnheiten ein wenig roher sind als gewöhnlich. Dass Olli dann ausgerechnet als Bewältigungsart „Wir ignorieren jetzt einfach alles, was zwischen Anfang und Ende von Band 1 passiert ist“ gewählt hat, ist für Laura NICHT hilfreich und da kann ich Lauras Frustration und deren Folgen sehr gut nachvollziehen.
Wir erhalten hier einen weiteren Einblick in die Vergangenheit von Olli und Valentin, es gibt immer noch genug Action – auch wenn, wie oben bereits erwähnt, die Handlung an sich ruhiger ist – und wir erfahren mehr über die Nosferatus.
Dabei wird Valentin als Charakter immer interessanter und vielschichtiger. Auch scheut sich die Autorin wie schon in Band 1 nicht, Leuten etwas anzutun. Auch wichtige Figuren sind nicht sicher und das baut natürlich zusätzliche Spannung auf.
Dennoch bleiben bei all dem genug Fragen übrig, um die Leser auf den nächsten Band hibbeln zu lassen. Ich will jedenfalls jetzt SOFORT wissen, wie sich die ganzen Rätsel auflösen, aber da werden wir uns wohl eine Weile gedulden müssen…
Bei all der Spannung bleibt aber auch das Tiefgründige nicht auf der Stelle – in einem neuen Gewand stellt hier Alice Andres die Frage danach, was uns zu Menschen macht. Ist es das Gewissen? Und ist ein gewissensloses Leben wirklich automatisch glücklicher? Da werden die essentiellen Fragen der Gesellschaft mal eben ganz nebenher in einem unterhaltsamen Kleid erläutert – so, wie ich es mag, ohne erhobenen Zeigefinger und dennoch nachdenklich.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Hat Spaß gemacht. Hat wirklich, wirklich großen Spaß gemacht und ist oft auch sehr selbstironisch unterwegs.
Ich glaube, ich habe selten so viel gelacht, wie bei dem Dialog zwischen Laura und Valentin, bei dem Valentin das Wort „Alpha-Kevin“ in den Mund nimmt und sich dafür von Laura eine hämische Bemerkung anhören darf ;-).
Die vielen versteckten Anspielungen auf Populärkultur und Geekiges ließen den Roman manches Mal zu einem lustigen Wimmelbildbuch werden, bei dem jede gefundene Anspielung einen Bonuspunkt bringt.
Laura ist durch die Erlebnisse in Kroatien erwachsener geworden – und das merkt man auch der Erzählsprache an. Keine quirligen Schwärmereien mehr, keine Ausflüge ins Naivpoetische. Eine Sprache, die genau auf Laura und ihre neue Situation abgestimmt ist.
Und dazwischen, sehr charmant, ein paar Zeilen Münchener Dialekt.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ein zweiter Band, der sich nicht hinter Band 1 zu verstecken braucht.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen und habe mich gefreut, dass es nach dem rasanten Anfang jetzt mehr in die Tiefe geht und hintergründiger wird. Nun freue ich mich auf das Warten, auf Band 3 und darauf, tiefer in diese Welt eintauchen zu können.
Für mich gab es die perfekte Mischung aus gelösten und neuen Fragen, die perfekte (relative) Ruhe vor und nach dem Sturm und eine virtuos erzählte Geschichte abseits von Glitzervampiren.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Danke an O’Connell Press und Alice Andres für das Rezensionsexemplar!

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Ally J. Stone – Blutsbande (Geliebtes Blut #1)

Veröffentlicht am
Blutsbande

Cover mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Titel: Blutsbande
Autorin: Ally J. Stone
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Genre: Urban Fantasy
Altersempfehlung: 16+
Seiten: 422
Format: Taschenbuch
Coverdesign by: High Five Studios
ISBN: 978-1518801143
Das Buch auf Amazon und auf der Homepage der Autorin (dort mit Signatur!)

Es ist das erste CreateSpace-Taschenbuch, das ich in der Hand halten durfte und ich war sehr gespannt auf… so ziemlich alles. Wie wird es aussehen? Wie fühlt es sich an? Ist die Bindung gut?
Am Inhalt hatte ich keine Zweifel – ich wusste, dass der gut sein würde – aber dadurch waren die Erwartungen an das Buch natürlich gaaaaar nicht überhöht, nein…
Aber ich hatte die größte Freude daran, in diese Welt einzutauchen. Eine Welt, in der Vampire und Werwölfe mal ganz anders sind, als man es gewohnt ist und es einige Gesetzmäßigkeiten gibt, mit denen man nicht rechnen kann.
Mein Exemplar war außerdem ein Weihnachtsgeschenk, ist eins von insgesamt 10 nummerierten Büchern und ist signiert <3. Was will das Bücherherz mehr?
Cover:

Ich liebe das Cover. Ich liebe es wirklich. Es ist schlicht, schwarz, nur mit einer hellgrauen „Kratzspur“ über Autorenname und Titel.
Wer die Printausgabe kauft, kann sich außerdem über ein kleines Krallensymbol auf dem Buchrücken und eine Vorschau auf die Cover der anderen zwei Bände freuen.
Amazon druckt auf recht festem Papier, das sich angenehm seidig anfühlt und die Faktur des Covers selbst ist sehr angenehm. Mattglänzend, wertig und irgendwie will ich es immerzu streicheln.
Nach einem Mal lesen klappt es nicht mehr von alleine zu, da werde ich es eine Weile zwischen zwei dicke Bücher einklemmen, damit sich das ein bisschen gibt. Finde ich aber in Ordnung, da ich bisher kein Taschenbuch vergleichbarer Dicke in der Hand hatte, das sich ordentlich wieder zuklappen lässt, sobald man es angefangen hat.
Dafür gibt es keine Leserillen, das heißt, das Buch hält noch einige Male lesen aus. Und wiedergelesen wird es auf alle Fälle!

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Inhalt:

Ich mag Tristan. Ich mag die Jungs. Ich mag Robin.
Und ich mag den Weltenbau dahinter. Ein Prolog, der auf den ersten Blick nichts mit der Handlung zu tun hat, weist auf eine Ebene über das bloße Erzählen hinaus. Man fragt sich, wie er mit der Geschichte zusammenhängt und liest umso aufmerksamer.
Tristan will einfach nur sein Leben leben und glaubt, endlich bei der Frau seiner Träume gelandet zu sein. Aber sein Leben fängt an, sich schneller zu verändern, als er reagieren kann und als eine Fremde in seine Stadt zieht, bricht das Chaos über ihn herein. Er hat keine Wahl, als sich ihm zu stellen – und dann geschehen überraschende Dinge.
Ein Thema kristallisiert sich schon sehr schnell heraus. Familie. Wer ist die eigene Familie? Die Menschen, mit denen man aufgewachsen ist oder die Menschen, die einen aufnehmen und zur Familie machen? Wie stark sind die titelgebenden Blutsbande wirklich?
Aber auch Liebe, Spannung und eigene Entscheidungen kommen hier nicht zu kurz.
Gerade bei großen Gruppen – und Tristans Freundeskreis ist recht groß – besteht immer die Gefahr, in die Beliebigkeit abzugleiten, Namedropping zu betreiben oder die Figuren nicht genug ausdifferenzieren zu können. Aber die ganze Gruppe war wunderbar vielfältig. Ich konnte die Jungs jedenfalls immer gut auseinanderhalten.
Nun bin ich gespannt, ob mehr vom faszinierenden Weltenbau in den nächsten Bänden enthüllt wird.

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Sprache:

Der Roman ist in Präsens geschrieben. Ich mag das sehr gerne, für manche Leser ist das jedoch gewöhnungsbedürftig. Wenn man aber erstmal in dieser Art des Erzählens drin ist, dann liest sich der Roman wunderbar flüssig weg und man ist auf diese Weise immer im Text drin.
Ally hat einen sehr lockeren, sehr leichten Schreibstil. Sie schreibt nicht um den heißen Brei herum, sondern nennt die Dinge bei ihrem Namen, ohne ins Geschmacklose abzudriften.
Sie ist eine der Wenigen, die tatsächlich Liebesszenen schreiben kann, ohne dass ich vor Lachen über bescheuerte Formulierungen vom Stuhl falle oder mich frage, ob ich gerade eine sinnliche Szene oder eine Gebrauchsanweisung lese.  Die im Buch vorkommenden Szenen sind vollkommen gegensätzlich und jeweils genau richtig umgesetzt.
An ein paar Stellen hätte ich vielleicht ein paar Absätze mehr gemacht, aber das ist Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ich fühlte mich in einer Welt, in der es Vampire und Werwölfe gibt – diese aber erfrischend anders als üblich sind – gut aufgehoben und bestens unterhalten.
Ally J. Stones Fabelwesen sind nicht gerade glitzernde Glamourkids oder flauschige Schoßhündchen. Vampire und Werwölfe zeigen sich von ihrer wilden Seite mit allen daraus folgenden Konsequenzen und… das macht einfach großen Spaß beim Lesen.
Von den bereits erwähnten Liebesszenen bis hin zu gut choreografierten Kämpfen und rasanten Verfolgungsjagden ist alles dabei.
Ich freue mich auf den zweiten Band, der im Frühjahr erscheinen soll und bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie es mit Tristan und Co. weitergeht.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Alice Andres – Punk’s Undead (Punk’s Undead #1)

Veröffentlicht am

Titel: Punk’s Undead
Autorin: Alice Andres
Verlag: O’Connell Press
Genre: Horror
Seiten: 479 KB entsprechen rund 120 Seiten.
Format: eBook
ASIN: B014K61UDA
Das Buch auf der Verlagshomepage

Das Buch hat es echt, echt in sich – und ich bin eigentlich als recht begeisterte King-Leserin Vieles gewohnt.
Dafür, dass es nur 120 Seiten lang ist, ist es nicht nur sehr actiongeladen, es bietet auch einiges an Verwicklungen zwischen den Charakteren und viel Weltenbau – man erfährt Einiges über die Eigenschaften der Nosferatus (wenn auch offensichtlich nicht alles) und dennoch bleibt genug offen, um sich auf die Fortsetzung zu freuen.
Laura ist ein vielschichtigerer Charakter, als man anfangs annimmt und auch Olly ist weitaus mehr, als er zu sein scheint.
Nerdige Anspielungen und viel Musik runden das Ganze ab.
Mein Highlight war eine Diskussion, in der zwei Nosferatus darüber reden, wer alles ein Punk war – der eine führt Falco ins Rennen, der andere Goethe. Ich musste so lachen, weil ich spontan an Falcos „Rock me Amadeus“ denken musste…
Aber nun… die ausführliche Buchbesprechung.

Cover:

Das Cover ist anders als die, die ich sonst vom Verlag gewohnt bin. Mit dem körnigen Schwarzweißfoto eines Punkmädchens und der Schriftart zeigt es sofort, dass dieses Buch hart wird. Auch wenn die Schrift fast verspielt wirkt mit ihrem Effekt der teils leeren Buchstaben, die wie aufgesprayt wirken. Als hätte jemand Schablonen und Negative von Schablonen nebeneinander auf Asphalt gelegt.
Wenn man genau genug hinsieht, erkennt man übrigens in der oberen rechten Ecke die Schatten von Waffen, die sich auf das Punkmädchen richten. Das Detail wäre mir bei der Betrachtung des Covers auf dem Handy gar nicht aufgefallen, finde ich aber jetzt im Nachhinein sehr schön.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Das Buch steigt schnell ein, schafft es aber dennoch, die Atmosphäre gut einzufangen. Das versiffte Gelände irgendwo in der osteuropäischen Pampa, die bunten und kreativ frisierten Punks und mittendrin… Laura. Wie aus einer Werbung für Hello-Kitty-Artikel entsprungen.
Das alles ist sehr lebendig und wird für den Leser ziemlich schnell lebendig – schnell genug, um Laura augenblicklich in Kampfhandlungen zu verwickeln, die einfach nur cool sind…
Ich bin ganz ehrlich, auch wenn ich nicht so aussehe (okay, im Internet ist das ein ziemlich blöder Satz 😀 ), mag ich gut choreografierte Kampfszenen, rasante Verfolgungsjagden und Armbrustschießereien. Jep. Keine Gewehre. Eine Armbrust.
Aber auch abseits der coolen Kampfsequenzen passiert Einiges – im Zwischenmenschlichen ist zwischen den Figuren nichts so einfach, wie es scheint und auch der Weltenbau ist gar nicht so simpel, wie es anfangs vorkommt. Eigentlich wollte ich ja sofort nach dem Lesen eine Fallstudie schreiben, jetzt will ich aber erstmal die Folgebände abwarten, denn es wartet die eine oder andere Überraschung.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Mir hat die Sprache hier sehr gut gefallen. Alice Andres arbeitet sehr zielsicher, ohne Floskeln oder unnötiges Drumherumgerede. Wenn ein Arm abgebissen wird, dann wird ein Arm abgebissen. Punkt.
Dieser schonungslose Stil vermengt sich immer mal mit Lauras anschaulichen Vergleichen, die gerade wenn sie schwärmt, auch durchaus ins Poetische abgleiten können – dabei aber immer authentisch bleiben. Ja, so fühlt man sich als junges Mädchen in einer solchen Situation wohl, so denkt und spricht man.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ein Vampirroman, der anders ist als das, was ich sonst in der Richtung lese – normalerweise bevorzuge ich Romane aus Sicht der Vampire und habe es nicht so mit Vampirjägern.
Hier war die Story allerdings so spannend und die Kämpfe so faszinierend, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen.
Außerdem wird zwar aus einer Sicht geschildert, aber die Vampire haben durchaus Tiefgang, der über „sind zum Töten da“ hinausgeht.

Ich freue mich auf Band 2.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Danke an O’Connell Press und Alice Andres für das Rezensionsexemplar!

Barb & J.C. Hendee – Dhampir ~ Halbblut (The Noble Dead Saga 1, Teil 1)

Veröffentlicht am

Titel: Dhampir – Halbblut
Autoren: Barb Hendee und J. C. Hendee
Verlag: Egmont-Lyx
Genre: Fantasy
Seiten: 432
Format: Taschenbuch, kartoniert
ISBN: 978-3-8025-8405-3
Das Buch auf der Verlagshomepage

Erstmal zur seltsamen Nummerierung:

Es ist kompliziert. Es gibt tatsächlich insgesamt drei Reihen „The Noble Dead Saga“. Die erste umfasst sechs Bücher, die zweite drei (von denen das letzte nach wie vor nicht auf Deutsch erschienen ist, soweit ich weiß), die dritte besteht im Moment aus zwei Bänden, die beide ebenfalls momentan nur auf Englisch verfügbar sind.
„Dhampir“ ist also der Reihenauftakt zur ersten Reihe, also zu der mit sechs Bänden.

Mit dem Buch wurde ich nie wirklich warm und wenn der Epilog nicht wäre… würde ich diese Reihe vermutlich nicht mehr weiterverfolgen. So will ich aber natürlich wissen, wie diese Geschichte jetzt ausgeht.
Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt – Magiere und Leesil sind Vampirjäger. Naja, eigentlich tun sie nur so. Sie ziehen verängstigten Dorfbewohnern das Geld aus der Tasche, indem Magiere ihnen vormacht, den als Vampir verkleideten Leesil zu meucheln. Irgendwann haben sie auf diesen Quatsch keine Lust und wollen gemeinsam eine Kneipe aufmachen. Doch dann stellt sich heraus, dass es die Vampire doch gibt…
So weit, so Klappentext und auch der Grund, aus dem ich das Buch bei einem Bücherflohmarkt an der Uni überhaupt mitgenommen habe. Das Ganze klingt nach einer herrlich witzigen Geschichte, vieleicht nach einer Parodie und auf eine solche habe ich mich auch gefreut – allerdings etwas völlig Anderes bekommen.

 Cover:

Das Cover gefällt mir eigentlich sehr gut – die Frau auf dem Bild entspricht recht genau dem Bild, das ich von Magiere habe. Sie löst sich zum unteren Ende des Covers hin in Fledermäuse auf und wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass der Hintergrund Risse bildet.
Hier kann ich nichts Schlechtes sagen. Höchstens, dass ich auf die Weise natürlich sofort wusste, dass Magiere in irgendeiner Weise nicht ganz menschlich sein konnte – aber das ist ja schon aus dem Titel klar.
Positiv ist auch, dass das Buch – gebraucht gekauft – recht stabil ist und nicht beim Lesen auseinanderfällt. Ich sehe also keinen Grund, Punkte beim Cover abzuziehen.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:
Zunächst mal das Gute:
Es ist der erste Roman, den ich gelesen habe, der sich mit dem Konzept des Dhampirs beschäftigt – dem Kind einer sterblichen Frau und eines vampirischen Mannes (selten auch umgekehrt) – insofern war es mal was Anderes als das, was ich sonst zu lesen pflegte und ich empfand das Konzept von Vampiren und Dhampiren an sich als sehr spannend und schön ausgearbeitet. Dazu gibt es auf jeden Fall noch einen Artikel auf der Weltenschmiede, sobald ich die Reihe weitergelesen habe. Man will ja keine Weltenbauschlüsse aus nur einem Band einer größeren Saga schließen.
Und ganz ehrlich? Leesil ist mir sympathisch. Magieres Sidekick, Halbelf und Besitzer des geheimnisvollen Hundes Chap, ist er die rundeste und spannendste Figur im ganzen Buch. Die Abgründe, die er im Laufe des Buches auslotet, seine Vergangenheit, seine Tapferkeit und sein Schmerz machten das Buch an den Stellen, in denen überwiegend aus seiner Sicht berichtet wurde, lesenswert. Wäre der ganze Roman (oder ein größerer Teil davon) aus seiner Sicht erzählt worden, hätte ich größere Freude an der Geschichte.
Anders als Magiere selbst, merkt er von Anfang an: Da stimmt was nicht. Die verheimlicht was.

Und nun die Kritik…
Teils lag es schlicht und ergreifend an der Art des gewählten Erzählers – ein allwissender, auktorialer Erzähler erzählt aus gefühlt jeder einzelnen verfügbaren Perspektive, die auch noch fast jeden Absatz wechselt, eine Geschichte.
Das Problem ist: Dadurch weiß der Leser von Anfang an mehr als die Protagonistin Magiere und ich weiß nicht, wie es euch geht – aber mir gehen Bücher mit Protagonistinnen, die einfach nichts schnallen, während der Leser sämtliche Rätsel längst gelöst hat, unfassbar auf den Keks. Und Magiere steht eigentlich bis fast zum Schluss völlig auf dem Schlauch.
Ich weiß nicht, wie oft ich sie am Liebsten durchgeschüttelt oder kräftig geohrfeigt hätte, weil sie einfach nur unfassbar blöd handelt oder es nicht fertig bringt, die einfachsten Schlüsse zu ziehen.
Ich meine, das Buch heißt „Dhampir“, woraus man schließt, dass jemand im Buch einer ist. Irgendwo auf den ersten Seiten heißt es, dass manche Dorfbewohner munkelten, Magieres Vater wäre irgendwie unnatürlich. Das ist kein Wink mit dem Zaunspfahl, sondern da wird der Zaun samt Schrebergarten rausgerissen und mit morgensternhafter Brutalität auf den Kopf des Lesers geknallt. Selbst wenn man als Leser nicht ohnehin mit dem Thema vertraut ist, ist spätestens an dieser Stelle für jeden halbwegs intelligenten Leser der Groschen gefallen.
Nur für Magiere nicht.
Selbst als es offensichtlich ist, was es mit der Stadt und mit ihr selbst auf sich hat, bemerkt sie einfach nichts und wenn sie doch mal was bemerkt, tut sie es als verachtenswerten Aberglauben ab. Auch sonst ist sie verschlossen, verbohrt und oft schlicht und ergreifend blind, obwohl die Tatsachen ihr regelrecht ins Gesicht springen. Ich meine, selbst wer kein Fantasyleser ist oder sich mit Vampiren auskennt, wird erkennen, dass Parko, der Typ, der sie zu Beginn des Buches im Wald stalkt, nicht gerade natürlichen Ursprungs ist. Aber natürlich verschwiegt sie Leesil, dass ihr seine Unnatürlichkeit aufgefallen ist, weil sie das Vampirische in sich selbst verdrängen muss.
Und so hat Leesil, der im Gegensatz zu ihr Hirn im Kopf hat und keine Grütze, einfach keine Chance, ihr die offensichtliche Wahrheit vor den Latz zu knallen.
Wobei auch sonst die Tatsache, dass man permanent weiß, was die Antagonisten so treiben und wo sie sind, einfach keinen Raum für eigene Vermutungen, Rätsel, Fantasiegebilde lassen. Man weiß als Leser immer alles und das ist auf die Dauer langweilig.

Zur Romanwelt kann ich an dieser Stelle noch nicht so viel sagen – mir scheint hier mehr oder weniger eine Art fiktives Osteuropa um 1900 herum als Haupthandlungsort zu dienen, zumindest klingen die meisten Ortsnamen so. Allerdings gibt es auch Andeutungen auf orientalisch anmutende Länder und auf eine erlöschende Elfenkultur. Da ist auf jeden Fall noch Raum für mehr.
Feuerflocke zwei Sterne Klein

Sprache:

Druckfehler gab es keine – aber die Sprache ist vergleichsweise simpel gehalten. Womit ich nicht meine, dass es keine Schachtelsätze gegeben hätte – die gab es durchaus. Aber wann immer man etwas mit sehr schlichten Worten und einem Schachtelsatz statt mit wenigen treffenden, aber etwas komplizierteren Begriffen ausdrücken konnte, hat man dies getan.
Schön fand ich hier die Begriffe, die explizit für den Roman rund um Vampirismus geprägt wurden. Der Begriff „Edle Tote“ klingt ziemlich schön und auch sonst mochte ich den Sprachgebrauch der Vampire. Neben der recht simplen Sprache im Roman selbst waren diese Stellen angenehm poetisch.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Fazit:

Ich werde mir die restlichen Bände aus der Bibliothek ausleihen und lesen, da ich doch zu gern wüsste, wie das Buch endet. Der Epilog hat es tatsächlich geschafft, eine Romanhandlung aufzuwerten, die ich ansonsten als zäh wie Kaugummi und unfassbar vorhersehbar empfunden habe.
Auch wenn mir sehr Vieles nicht gefallen hat, gibt es doch einige gute Seiten auch an diesem Roman. Darum gibt es abschließend nicht eine (wenn ich nur den Inhalt bewertet hätte), sondern zwei FeuerFlocken und die Hoffnung, dass die Folgebände besser werden.

Feuerflocke zwei Sterne Klein