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Schlagwort-Archive: Magie

Kerstin Arbogast – Nacht aus Schatten und Saphiren: Einhorn-Geschichten

Veröffentlicht am

Titel: Nacht aus Schatten und Saphiren: Einhorn-Geschichten
Autorin: Kerstin Arbogast
Verlag: Selbstverlag / Amazon
Genre: Fantasy / Anthologie
Altersempfehlung: 16+
Seiten: 128
Format: eBook
Coverdesign by: Michelle N. Weber
ASIN: B0713TND28
Das Buch auf Amazon

Ja. Ich weiß. Eigentlich wollte ich keine Rezensionsexemplare annehmen. Aber dann gab es da diese Leserunde auf Lovelybooks und das Versprechen, Einhorngeschichten jenseits von Romantasy und den gängigen Klischees zu finden. Und… naja, ich bin derzeit ein wenig auf dem Einhorntrip, ich KONNTE nicht an dieser Leserunde vorbeigehen und habe ein Buch gewonnen.

Hach.

Bisweilen ecke ich damit an, dass ich offen gestehe, dass ich bei Kurzgeschichten die bevorzuge, die mich mit einer gewissen Wehmut, einem gewissen Schmerz und einem Gefühl der Unvollständigkeit zurücklassen. Das sind für mich die allerschönsten Geschichten, die, aus denen ich eben NICHT mit einem guten Gefühl auftauche und die ich dann zuklappen und vergessen habe.
Die Geschichten von Kerstin Arbogast haben ziemlich fiese Stacheln und wenn ich eine ausgelesen hatte, musste ich erstmal eine mehrtägige Pause machen, um mich von den Geschichtenstacheln im Kopf wieder zu befreien und für die nächste Geschichte aufnahmefähig zu sein. Pausen, die sich wirklich gelohnt haben, denn so konnte ich mich auf jede der drei sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten voll einlassen. Und das muss man – diese Geschichten sind nicht für ein flüchtiges, unaufmerksames Vorbeilesen gedacht, sie wollen, dass man hineintaucht und verweilt. Sonst entgehen einem wichtige Details, die für Verständnis und Atmosphäre essentiell sind.

Cover:

Klingt vermutlich kitschig, aber das Cover ist unglaublich hübsch mit seinem Blau, seinem Gefunkel, den Schnörkeln und dem ganzen Glitzer. Das weckt direkt den Wunsch, das Buch auch als Taschenbuch zu besitzen und es zu streicheln. Schade, dass Create Space keine Taschenbücher mit Prägung herstellt, das wäre sonst auch haptisch ein Genuss.
Am Besten passt die abgebildete Frau noch zur dritten und letzten Geschichte, auch wenn ich mir die Person dort etwas anders vorgestellt habe. Aber im Grunde genommen könnte man sie auch als Symbolbild sehen.
Ich finde es gut, dass kein Einhorn auf dem Einband ist – die drei Einhörner im Buch sind so verschieden und jedes auf seine Weise faszinierend, dass es schade wäre, nur eins auf dem Cover zuzulassen.

Im Buch selbst finden sich außerdem  noch hübsche Verzierungen und kleine Einhörner mit „Glitzer“. Sehr liebevoll und schön gesetzt.

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Inhalt:

Die Anthologie enthält insgesamt drei längere Kurzgeschichten:

  1. Nacht aus Schatten und Saphiren
  2. Das kalte Herz der Sterne
  3. Jagdherz

Einen direkten Favoriten habe ich nicht, aber mir haben alle drei sehr gut gefallen und ich glaube, ich hätte besonders zur ersten und zur letzten gerne noch mehr gelesen. Wobei, zur zweiten auch, da weiß ich nur nicht, wie sinnvoll das wäre (mehr kann ich nicht sagen, ohne zu spoilern).

In „Nacht aus Schatten und Saphiren“ folgen wir der Protagonistin durch das viktorianische London. Die Beschreibungen der Kinder erinnern sofort an „Oliver Twist“, doch etwas ist anders – ein Virus, eine Art Geisterapokalypse hat sich ausgebreitet und das Leben in London nahezu zum Verlöschen gebracht. Doch da gibt es dieses Einhorn in der Geschichte, das ist… besonders.
Ich liebe die Atmosphäre dieser Geschichte – eine Mischung aus Charles Dickens, Lockwood und Co. und eine Prise Harry Potter (weil mich einige Details an das Zusammenspiel von Dementor und Patronus erinnert haben). Eine Atmosphäre der Hoffnung. Und das, was sich hier dem Bösen entgegenstellt, ist einfach nur wunderschön.
Gleichzeitig habe ich bei dieser Geschichte aber auch das Gefühl, dass sie für die folgenden zwei Geschichten falsche Erwartungen herstellt. Mit der jugendlichen Protagonistin und dem Fokus auf Kinder geht sie in eine völlig andere Richtung als die anderen zwei (dazu komme ich gleich) und auch stilistisch gesehen ist das noch die mit Abstand linearste Geschichte.
Hier wird eine wunderschöne Story mit Tiefgang erzählt, aber die Metaphorik ist recht klar und eindeutig. Man weiß, was passiert ist und in Ansätzen auch, wieso.

In „Das kalte Herz der Sterne“ hat Kerstin Arbogast etwas getan, das ich persönlich ziemlich genial finde und noch beim Thema „Sprache“ ausführlicher erwähnen möchte. Die Geschichte ist anfangs nämlich noch etwas kalt und sperrig, aber… das soll so und wieso das so soll, entfaltet sich im Laufe der Geschichte. Genauso, wie das Wieso, Weshalb und Warum.
Hier findet sich neben einer magisch-mystischen Story und einem – trotz Fantasy – in einigen Dingen schmerzhaft realistischem Plot auch ein ungewöhnliches Einhorn. Es hat mir sehr gut gefallen, dass es sich dieses Mal NICHT um ein Pferd handelt, was genau es ist, lasse ich aber offen und als Überraschung 🙂 . Die Geschichte ist schön frostig-winterlich und bot mir zumindest eine geistige Abkühlung angesichts einer Sommerhitze, die das Hirn zum Schmelzen brachte.
Trotz meiner Anfangsschwierigkeiten mit dieser Story lässt sie mich mit genau der Wehmut und Leere zurück, die bei mir am Nachhaltigsten nachwirkt und die ich an Kurzgeschichten sehr liebe.
Nach dem eher naturalistisch geschriebenem Einstieg ist das hier allerdings für manche Leser*innen etwas verwirrend, denn diese Kurzgeschichte will, dass man sich auf sie und ihre Gesetze einlässt. Hier ist sehr viel Metapher, sehr viel Andeutung und sehr viel Interpretationsspielraum. Mein Kopfkino war auf alle Fälle kräftig am Arbeiten.
Aber wer sich darauf einlässt, bekommt eine wunderschöne, klirrend-kalte Liebesgeschichte, die selbst Romantik-Muffel wie mich nicht kaltlässt.

Wo die vorige Geschichte eine sehr gute Synthese von Form und Inhalt eingeht, ist „Jagdherz“ deutlich fragmentarischer und metaphorischer gestaltet. Wie in der ersten Geschichte ist auch hier das Setting wieder historisch, wir sind allerdings in einem barocken Frankreich und begleiten einen Adeligen auf der Jagd, der eine Menge unbewältigte Vergangenheit im Gepäck hat. Mutet die Handlung anfangs noch linear an, ändert sich das spätestens, als der Protagonist eine geheimnisvolle Lichtung findet. Von da an zersplittert die Handlung, wird zu einem bunten Webteppich aus klar erzählten Episoden, Rückblenden und Metaphern, aus Klarheit und Schatten.
Ich bin mir sicher, dass ich nicht alles verstanden habe, was dort passiert und warum, aber das tat – jedenfalls für mich – dem Genuss keinen Abbruch. Auch hier: ICH stehe darauf, wenn ich in einer Kurzgeschichte verwirrt werde und erstmal mit ein paar Fragezeichen und viel Wehmut zurückgelassen werde. Wem es genauso geht, wird „Jagdherz“ lieben. Aber das Ganze ist sehr individuell.
Auch hier spielt ein Einhorn eine zentrale Rolle, aber ich kann nichts davon erzählen, ohne zu spoilern. Auch nicht zum Ende oder zu dem, was ich besonders daran mochte, weil es sonst die Spannung raubt. Die Geschichte ist aber glaube ich mein persönlicher Favorit.

Jede der drei Geschichten ist in sich geschossen, auch wenn ich zu 1 und 3 – wie oben schon erwähnt – zu gerne noch Fortsetzungen lesen würde. Sie teilen sich kein gemeinsames Universum und gehen jeweils von einem anderen Einhorn aus. Dabei ist keine von ihnen kitschig, auch wenn Nummer 2 eine Liebesgeschichte erzählt (und Nummer 3 die Geschichte – unter anderem – von Verlangen).
Die Metapherndichte steigert sich von der ersten zur letzten Geschichte durchgehend und sie unterscheiden sich so deutlich von einander, dass eine Verwechslung ausgeschlossen werden muss.
Mir hat jede einzelne von ihnen sehr gut gefallen und ich habe jetzt den eindrücklichen Wunsch, tiefer in die Fantasywelten von Kerstin Arbogast einzutauchen. Hoffentlich gibt es welche. Mit Einhörnern, die kann sie definitiv.

Sprache:

Die war nicht immer perfekt.
Meist waren es Kleinigkeiten. Gerade bei der zweiten Geschichte, die sehr auf die Einheit von Form und Inhalt ausgelegt war, war der Bogen zu „überkandidelt“ oft hart an der Grenze dazu, überspannt zu werden. Klar, es passt perfekt zur Geschichte, aber manchmal war es mir trotz meiner Liebe zur Geschichte und zur Hochsprache fast etwas zu viel. Oder ein Wort ist dann doch ins falsche Register gehopst und hat nicht zu 100% zum Rest gepasst.
Bei der dritten schien mir manchmal eine Formulierung zu modern für die doch eindeutig historische Verortung der Geschichte.
Wer an dieser Stelle allerdings sich davon abschrecken lässt: Hier schreibt eine Lektorin, die damit Geld verdient, selbst kleinste Formulierungsfehlerchen zu finden und vermutlich über Sachen stolpert, die die meisten Leser*innen gar nicht bemerken. Gerade was die historische Sache angeht, bin ich manchmal geradezu lächerlich penibel und weiß selbst, dass mein Maßstab bisweilen völlig überhöht ist.
Und abgesehen von den kleinen Stolperchen war die Sprache sehr passend – der jeweiligen Geschichte und Erzählstimme gemäß in jeder Geschichte anders und zu 98% auch immer angemessen.
Außerdem flüssig und fehlerfrei. Wem der Inhalt zusagt: Bitte nicht von meinem Gemecker auf hohem Niveau abschrecken lassen.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Fazit:

Kurzgeschichten, die direkt für mich geschrieben wurden. Sie erwecken genau das Gefühl, mit dem ich sehr gerne aus Kurzgeschichten rausgehe. Das einer gewissen Wehmut und Unvollständigkeit. Und mit dem Wunsch, die Fäden der Geschichte im Kopf weiterzuspinnen und ordentlich zu verbinden.
Kerstin Arbogast kann definitiv schreiben und sie kann es ziemlich gut. Ich werde auf alle Fälle ihre Veröffentlichungen mitverfolgen und schauen, ob etwas Ähnliches wie diese wundervollen Einhorngeschichten in Romanform aus ihrer Feder erscheinen werden.
Man muss sich auf die Geschichten aber auch einlassen. Sie sind nicht dafür geeignet, einfach „mal eben“ weggelesen zu werden – es handelt sich um intelligente Literatur, die auch zwischen den Zeilen und nach dem Lesen noch verstanden werden will. Wer aber bereit ist, genau das zu tun, erhält drei wundervolle Kurzgeschichten, die noch lange nach dem Lesen im Kopf nachhallen werden.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Disclaimer: Liebe Kerstin, vielen Dank für das Rezensionsexemplar und die Leserunde! Ich hatte viel Spaß beim Lesen und Diskutieren.

Andrea Tillmanns – Julia Jäger und die Macht der Magie (Julia Jäger #1)

Veröffentlicht am

Titel: Julia Jäger und die Macht der Magie
Autorin: Andrea Tillmanns
Verlag: O’Connell Press
Genre: Urban Fantasy, Young Adult
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren (persönliche Einschätzung)
Seiten/Volumen: 437kb entsprechen 127 Seiten
Format: eBook
ASIN: B0149JXA1I
Das Buch auf der Verlagshomepage

Das war wieder eins der Bücher, die ich in einem Rutsch gelesen habe – bei einer lockeren Sprache, einer sehr authentischen Protagonistin und einer spannenden Geschichte kein Problem.
Kurioserweise habe ich mich beim Klappentext verlesen und statt „geheimnisvolle Münze“ blöderweise „geheimnisvolle Mütze“ gelesen – und habe mich im Vorfeld halbtot gegrübelt darüber, wie eine Mütze geheimnisvoll sein soll und wie eine solche Mütze aussehen würde.
Erst als ich dann wirklich angefangen habe, zu lesen – und statt einer Mütze eine Münze auftauchte – habe ich meinen Fehler bemerkt.
So kann ein Verleser zu völlig falschen Erwartungen an ein Buch führen!

Cover:

Im Vordergrund steht die Protagonistin – eine junge Frau mit aschblonden oder hellbraunen Haaren und verträumtem Gesichtsausdruck. Die Münze, um die es in diesem Band geht, sieht man nur halb – sie ist unten links zu sehen. Der Titel selbst steht in einer sehr verspielten Schriftart auf dem Cover – das ansonsten mit einem sehr schlichten und fast etwas traurigen Hintergrund aufwartet.
Ich bin gespannt, ob die Cover der Folgebände diesen Grundaufbau – Protagonistin im Vordergrund, Thema des jeweiligen Bandes eher etwas in der Ecke – beibehalten werden. Denn im Prinzip sagt das Cover aus, dass hier sehr nah an der Figur gearbeitet wird, sehr figurenzentriert.
Als Fan der personellen Erzählweise gefällt mir das sehr gut.
Einziges Manko an diesem Cover ist, dass es aufgrund des eher gräulich wirkenden Hintergrunds und dem Blick des Mädchens ein wenig traurig wirkt. Dabei ist die Geschichte spannend, lustig, locker – aber nicht traurig. Vermutlich soll der Hintergrund auf das graue Wetter im Buch anspielen, aber ich weiß nicht, inwiefern er falsche Erwartungen weckt (wobei ich auf hohem Niveau jammere und mich bei meinen Cover-Interpretationen immer frage, ob sich jemand das auch nur annähernd so genau anschaut wie ich :O )

Feuerflocke vier Sterne Klein

Inhalt:

Die Geschichte spielt in unserer Welt, allerdings mit einigen kleinen Modifikationen. So gibt es in dieser Version unserer Realität Magier und Menschen mit besonderen Kräften. Außerdem gibt es magische Artefakte, die verschiedene Funktionen und Wirkungen haben – eins davon ist die geheimnisvolle Münze, die Tim in seinem Besitz hat.
Der Weltenbau wirkt auf mich soweit ich das bei einem Reihenauftakt bereits beurteilen kann, rund – es wird zwar nicht geklärt, woher und wieso einige Menschen besondere Fähigkeiten haben, aber bei einem Mehrteiler finde ich es okay, dass nicht alles im Reihenauftakt ausgeplaudert wird. Im Gegenteil. Ich bin gespannt, ob es in der 2016 erscheinenden Fortsetzung mehr zum Ursprung der Magie und der Magier erzählt wird.

Auch die Geschichte wirkte auf mich rund – Julia Jäger ist eine sehr sympathische Protagonistin. Bei so manchem ihrer Sätze dachte ich mir „Joa, in dem Alter hätte ich das auch so ausgedrückt“ oder „Das könnte auch meine kleine Schwester gesagt haben“. Ihre Gedanken sind authentisch und ihre Langeweile im Unterricht ist etwas, in das sich vermutlich jeder Mensch hineinversetzen kann ;-). Schön fand ich auch, dass sie und die anderen Figuren im Buch keinesfalls perfekt waren. Im Gegenteil. Sie machten Fehler, waren auch mal feige oder wussten nicht, wie sie handeln sollten.
Echte Jugendliche, keine Überwesen.
So wirkt auch die Geschichte echt und spannend – mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich fühlte mich wirklich gut unterhalten!

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Bei einem Buch, das stark vom Charakter des Protagonisten lebt, ist Sprache unheimlich wichtig. Und ich bin der festen Meinung, dass nichts so schwer ist, wie authentische Jugendsprache (ich bloggte mal auf der Weltenschmiede darüber, wie schnell das in die Hose gehen kann). Hier hat die Autorin in meinen Augen einen guten Mittelweg gefunden.
Julia und ihre Gedankensprache sind sehr locker, ohne gleich in Jugendslang abzuschweifen. Auch die anderen Jugendlichen sprechen eine leicht jugendlich angehauchte Hochsprache, sodass es nicht zu absolut lächerlichen Übertreibungen kommt, es aber dennoch immer deutlich ist, dass hier Teenager denken, sprechen und handeln.
Der Schreibstil trägt gut durch das Buch und ich hätte mir fast gewünscht, das Buch wäre länger – man will mehr davon.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ein sehr unterhaltsames Buch, das nicht nur Teenagern sondern auch Erwachsenen mit Faible für Jugendbücher gut gefallen würde.
Es lebt von einer authentischen Protagonistin und der dazu passenden Sprache, die Julias Welt zum Leben erweckt und wunderbar echt wirkt.
Auch die Nebenfiguren und Schauplätze verkümmern nie zu bloßen Pappaufstellern, es passiert auch dann etwas, wenn Julia gerade nicht anwesend ist.
Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen eines rasanten eBooks und freue mich auf die im nächsten Jahr erscheinende Fortsetzung.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Vielen, vielen Dank an O’Connel Press für das Rezensionsexemplar!

Stefanie Bender – der Todesritus

Veröffentlicht am

Titel: Der Todesritus
Autorin: Stefanie Bender
Verlag: O’Connell Press
Genre: Historical Fantasy / Novelle
Seiten: 448 kb entsprechen 74 Seiten
Format: eBook
ASIN: B00XQAQTEW
Das Buch auf der Verlagshomepage – und zusätzliche Informationen zu Buch und Autorin.

Auch hier wieder eine Novelle mit meisterhafter, gleichzeitig dichter und poetischer Sprache und einer sehr, sehr hohen Spannungskurve.
Jonathans Entwicklung und die Zeit nach dem Ende von „Das Todesmal“ werden in wenigen Sätzen und Andeutungen angerissen, ehe man sich auch schon mitten im Geschehen wiederfindet. Und das ist unglaublich spannend.
Hier verläuft die Spannung auf zwei Ebenen – nicht nur die Handlung hat mich mitgerissen, auch Jonathans Entwicklung und die Veränderungen in seinem Verhalten gehen beim Lesen echt, echt nahe.
Kaum war das eBook geladen, schon war es gelesen, da ich es nicht aus der Hand legen wollte.

Cover:

Creepy. Ein Ziegenschädel mit roten, pupillenlosen Augen, die aussehen, als wären sie mal mit Blut gefüllt gewesen, man sieht noch die leeren Adern… Und ansonsten nur harmonische monochrome und weiche Farbübergänge im Hintergrund zur roten Schrift für den Titel.
Das Cover ist für mich wieder ein Hingucker und sah auch auf der Reader-App sehr gut aus. Wie es sich auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm machen würde (die meisten Lesegeräte) kann ich nicht beurteilen, da ich keinen klassischen eReader zur Verfügung habe – aber da würde es vermutlich auch gut aussehen.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Band 1 hatte es bereits in sich – Band 2 geht noch mal eine Stufe rauf, was den Gewaltanteil angeht. Diese Novelle ist deutlich härter, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass sie zehn Jahre nach Band 1 spielt und Jonathan als erwachsener Mensch auch andere Sorgen und Nöte hat, als früher.
Auch Probleme mit der Liebe beiben dabei nicht aus, werden aber auf eine bereichernce Weise in die Handlung eingebaut und führen letztendlich zu einem Moment, bei dem ich erstmal mit offenem Mund auf mein Handy gestarrt habe und mich fragte, ob das gerade wirklich passiert ist.
Und das muss ein Buch im positiven Sinne erstmal schaffen.
Mir gefiel die historische Atmosphäre, die Figurenzeichnung (samt Spannung auf Figurenebene) und die Handlungsspannung sehr, sehr gut!
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Hier gibt es nichts auszusetzen.
Stefanie Bender schafft es, einer nervenzerfetzend spannenden Novelle mit einer poetischen Sprache zusätzliche Tiefe zu verleihen. Hier passt jede Metapher, sitzt jedes einzelne Wort, sodass ich mitten in einer furchtbaren Hitzewelle mit Jonathan im kalten Wald war und Gänsehaut hatte.
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Eine Novelle, die mich atem- und sprachlos zurückgelassen hat, weil ich vor Spannung beim Lesen die Luft angehalten habe. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen und als ich fertig war, hallten die letzten Worte des Buches noch eine Weile in mir nach und ich hatte dieses angenehme Gefühl, das nur ein gutes Buch auslösen kann.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Ich danke O’Connell Press für mein Rezensionsexemplar! Es ist immer eine Freude, ein Buch aus diesem tollen Verlag geschenkt zu bekommen.