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C. Svartbeck – Königsfalke (Spiegelmagie Band 1)

Veröffentlicht am

Titel: Königsfalke
Autor: C. Svartbeck
Verlag: Amazon Create Space
Genre: Dark Fantasy
Altersempfehlung: 16+ (ob 18+ oder nicht, darüber kann man streiten, aber meiner Meinung nach wurde nichts geschildert, was man einem weit entwickelten Teenager nicht zumuten könnte)
Seiten: 282 Seiten
Format: eBook / Kindle
Coverdesign by: der Autor gestaltete das Cover mit Hilfe von einem Bild des Künstlers breakermaximus und eines Bildes des Künstlers yyang selbst.
ASIN: B01H91CI3Y
Das Buch auf Amazon

Ich weiß noch, wie ich mal wieder ein wenig frustriert über eine Leseprobe aus einem größeren Verlag war, bei der ich das Gefühl hatte, die gleiche Geschichte zum 100000sten Mal präsentiert zu bekommen. Die gleiche Welt, die gleichen Völker … und dann sprang mich das Cover an und machte mich neugierig genug, um mich für das Buch und die Leserunde zu interessieren.
Und die Genrebezeichnung. Bei dunkler Fantastik, die in Richtung Grim&Gritty geht, habe ich mich momentan noch lange nicht sattgelesen und bin immer auf der Suche nach mehr Geschichten.
Der Königsfalke bietet vieles, was mich persönlich reizt. Der Weltenbaunerd in mir jubelt über eine Welt, die nicht an das europäische „Mittelalter“ angelehnt ist (dass 80% aller „Mittelalter“-Romane eigentlich an die frühe Neuzeit angelehnt sind, ist eine andere Baustelle *hust*) und mit einem innovativem Magiesystem aufwartet. Und immer wieder wird das, was man als Leser als Moral wahrnimmt, auf eine harte Probe gestellt – auch das ist etwas, was mir bei Büchern sehr wichtig ist. Wenn ich lese, will ich dabei an meine Grenzen gehen und über Dinge nachdenken müssen, über die ich sonst nie nachgedacht hätte.
Das hätte das Buch auf alle Fälle schon mal geschafft.

Cover:

Mir sprangen sofort die sehr kräftigen Farben ins Auge – die untere Seite des Covers leuchtet dem Leser regelrecht entgegen in feurigem Rot und glänzendem Metall. Hintergrund und Typografie sind dafür eher schlicht gehalten, nichts lenkt vom Hauptmotiv des Covers ab.
Ein – bei genauerem Hinsehen etwas seltsam gepanzerter – Mann mit Lanze und Pferd, über dem die Silhouette eines Falken schwebt.
Man kann ja von der Panzerung des Mannes halten, was man will (ich persönlich finde es taktisch unklug, Kopf und Schultern sehr stark zu bedecken und dann den Torso mit dem empfindlichen Bauchbereich nackt zu lassen – oder soll das ein Muskelpanzer sein?) – die Komposition „Mann mit Pferd“ und „Falke als Silhouette“ ist fr einen Kenner der Story dann doch außerordentlich treffend.
Hierzu kann ich nichts weiter sagen, ohne zu spoilern, denn was der Falke mit dem Krieger zu tun hat, ist essentieller Teil der Story.
Eine Flocke Abzug gibt es aber nicht für die fehlende Panzerung, sondern für irgendwas, das vor der Nase des Pferdes hing, aber nicht gut genug wegradiert wurde. Dieser Pixel fällt mir andauernd ins Auge, wenn ich das Cover anschaue und stört etwas.
Feuerflocke vier Sterne Klein

Inhalt:

Die Lieblingskonkubine von König Kanata bringt einen Sohn zur Welt, der später zum Feldherrn des Landes aufsteigen soll. Einige Zeit später bekommt auch die Hauptfrau des Königs ein Kind. Von da an sind nicht nur die Frauen, sondern auch deren Kinder erbitterte Feinde.
Und in einer Welt, in der ein  Menschenleben wenig zählt, kann schon ein geringerer Feind schnell den Tod bedeuten. Die beiden Prinzen Tolioro und Ioro sind dazu geboren, zwei verschiedene Plätze einzunehmen – als König und Feldherr. Man könnte also meinen, der künftige König wäre froh, einen fähigen Feldherren zu bekommen. Doch Tolioro ist von Kindesbeinen an von Neid so verzerrt, dass das Ganze gar nicht gut gehen kann…
In einem zweiten Handlungsstrang begleiten wir den jungen Zauberlehrling Jokon – doch in Karapak sind Zauberer nicht nur geachtet, sondern auch gefürchtet und eine Ausbildung zum Zauberer geht mit Opfern einher, die ihn an die Grenzen einer Moral führen.
Beide Welten – der karapakische Königshof und die Zauberschule – sind auf ihre Weise brutal und erbarmungslos. Und dadurch sind die Stränge beide auf ihre Weise unglaublich spannend.
Gleichzeitig deutet der Autor an, dass wir noch längst nicht alles von dieser Welt gesehen haben – es gibt unbekannte Länder, fremdartige Völker und eine komplexe Etikette am Hof von Karapak. Da gibt es noch viel zu lernen und zu verstehen.

Die Kunst in einem Reihenauftakt besteht ja unter anderem auch darin, die Figuren alle so zu platzieren, dass es spannend weitergehen kann und trotzdem einen abgeschlossenen Handlungs- und Spannungsbogen zu bilden. Das ist dem Autor in meinen Augen wunderbar gelungen. Ich hatte Spaß, ich habe mitgefiebert und ich blieb sehr neugierig auf Folgebände und gleichzeitig durchaus zufrieden mit dem Ausgang zurück.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Die Sprache ist auf eine kunstvolle Weise schlicht. Klingt nach einem Gemeinplatz, aber damit meine ich eigentlich etwas, was mir als sprachfixierter und conlangliebender Leserin einfach auffällt. Und das ist die weitestgehende Abwesenheit von eben allem Conlang. Die einzige Stelle, an der Sprache sich im Roman auf sich selbst bezieht, ist eine, in der wir erfahren, was die Namen Ioro und Tolioro bedeuten – eine Erklärung, die wiederum in der Perspektive gebrochen wird. Denn sie stammt nicht von Menschen aus Karapak.
Es gibt bei Fantasy immer zwei Möglichkeiten – entweder man nennt die Dinge bei ihren erfundenen Namen oder man findet schlichte, für sich selbst sprechende und gut klingende Begriffe aus der Textsprache dafür. Beides ist legitim und beides ist schwer in seine Geschichte einzubauen.
C. Svartbeck hat sich hier für die zweite Option entschieden – und das Ganze dann atmosphärisch und ästhetisch ansprechend durchgezogen. Es gibt Blasshaare und Blassaugen, es gibt Obsidiandolche und Königsfalken. Es gibt Feldherren, Tempel, Schwertkampf und Spiegel.
Und sonst nichts.
So sehr ich Conlang liebe, es ist auch irgendwie gekonnt, ein Buch in einer selbsterdachten Welt so zu schreiben, dass es bis auf eine – dadurch sehr einprägsame – Stelle einfach völlig ohne auskommt.
Viel wichtiger sind an dieser Stelle Namen – bei den Magiern gilt: Je kürzer, desto besser. Bei allen anderen gilt das Gegenteil. Dadurch sieht man schon sprachlich, dass hier zwei Teile der Gesellschaft einander gegenübergestellt werden, von denen vielleicht die eine als Spiegel der anderen dargestellt werden wird, wer weiß …
Eine sprachlich sehr klare Geschichte.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Wenn mich ein Buch so sehr umwirft, dass ich danach erstmal zwei-drei Tage nichts anderes lesen will, dann ist das Liebe. Oder so ähnlich.
Ich liebe Bücher, die mich zwingen, moralisch an die Grenzen zu gehen. Alles Mögliche zu hinterfragen. Ich liebe Bücher, die dabei auch noch so spannend geschrieben sind, dass ich sie nicht aus der Hand legen kann. Und Bücher, die mit ausgeklügelten Welten meinen Verstand herausfordern.
Mit diesem Reihenauftakt fühlte ich mich sehr gut unterhalten und freue mich schon sehr auf den zweiten Band.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar und die Leserunde. Wenn man bedenkt, wie viel schiefgelaufen it… Erst hat Lovelybooks mich nicht bei den Mitbewerbern gezählt. Dann hat es meine Mailaddy nicht rausgerückt. Und es war eine kleine Odyssee, bis mich das eBook erreicht hat… Aber allen Widrigkeiten zum Trotz kam es an und ich habe es regelrecht weggeatmet 😀

Nora Bendzko – Wolfssucht

Veröffentlicht am
Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Titel: Wolfssucht
Autorin: Nora Bendzko
Distributor: Amazon Create Space
Genre: Horror, Märchenadaption
Altersempfehlung: 16+ (ob 18+, ist Ansichtssache – ich finde ja, geistig reifen Teenagern kann man es zumuten, aber das ist meine persönliche Meinung)
Seiten: 125
Format: Kindle eBook (Print verfügbar)
Coverdesign by: Emanuel Santer
ASIN: B01FI6RJQI
Das Buch auf Amazon

Seit einigen Jahren interessiere ich mich für Märchenadaptionen und Märchen. So verfolge ich beispielsweise seit geraumer Zeit den Read-Watch von Mari Ness auf tor.com, wo oftmals auch die historischen Hintergründe und Ursprungsgeschichten von Märchen auftauchen.
Im Rahmen meines aufkeimenden Interesses für die Hintergründe hinter den Märchen habe ich auch selbst einen Märchenadventskalender für mein Forum geschrieben (mit zufälligen Märchen und meinen Romanfiguren als Protagonisten) und im Rahmen dieses Kalenders unter anderem – weil wir bei „Wolfssucht“ sind – eine Gay-Romance-Version von „Rotkäppchen“ verfasst :D.
Entsprechend konnte ich nicht widerstehen und musste SOFORT auf „kaufen“ tippen, als ich erfuhr, dass Nora Bendzko eine Märchennovelle veröffentlicht hat. Ich dachte mir: „So, wie du die Autorin kennst, kann das nur etwas schaurig Schönes werden“.
Und ich wurde nicht enttäuscht.
Cover:

Man nehme alle Elemente, die in der Geschichte tatsächlich vorkommen, werfe sie in ein Kaleidoskop und drehe, drehe, drehe.
So kommt mir das Cover vor. Es ist eine Herausforderung.
Sofort fällt die Silhouette des Mannes ins Auge und man fragt sich – ist das beim Kopf eine Frontansicht und er schreit oder ist das eine Lichtspiegelung? Eine Sinnestäuschung? Die Bäume?
Erst auf den zweiten Blick fallen die unzähligen Details auf. Die blutigen Bäume vor einem winterweißen Himmel. Etwas, das das Fell eines Tieres sein könnte. Rote Locken, die sich unter Wasser zu kringeln scheinen. Oder ist das der Stoff, aus dem Rotkäppchens roter Mantel genäht wird?
Und das Eine verblendet mit dem anderen, bis man nicht mehr erkennt, wo was aufhört und anfängt.
Angesichts des Inhalts ein unfassbar prägnantes Cover, das sehr eindringlich erzählt, worum es in der Geschichte gehen wird. Ich liebe ja solche Cover, die im Grunde genommen alles vorwegnehmen – aber gleichzeitig nicht zu viel verraten.

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Inhalt:

Ich war positiv überrascht. Die Grundgeschichte vom Rotkäppchen kennt jeder – aber Nora Bendzko erzählt sie anders. Sie bettet die Geschichte in den Kontext des Dreißigjährigen Krieges ein und ist sehr sorgfältig darin, die historische Epoche sensibel zu zeichnen.
Der zweite Punkt, in dem sie großartig ist, ist die psychologische Entwicklung. Alle Charaktere mit all ihren Traumata und den daraus folgenden Verhaltensweisen sind unfassbar gut ausgearbeitet und sehr realistisch dargestellt.
Was eigentlich passiert, ist schwer, ganz kurz zu erzählen, ohne zu spoilern – ich zitiere am Besten den Klappentext:

Irina musste als Kind mit ansehen, wie ihre Schwester Leonore ermordet wurde. Nur weil Skandar, der Sohn des Jägers, sie beschützte, ist Irina noch am Leben.
Selbst als Erwachsene verfolgen sie die Bilder des brutalen Mordes. In ihrem Dorf fühlt sie sich ausgestoßen. Hinter ihrem Rücken nennt man sie verflucht. Allein Skandar will Irina für sich gewinnen. Als er sein Ziel nicht erreicht, schlägt seine Zuneigung in Gewalt um. Irina muss fliehen.
Doch »es« lauert immer noch da draußen. Im finsteren Wald. Leonores Mörder hat Irina nicht vergessen.
Ihre erneute Begegnung setzt blutige Ereignisse in Gang, die das ganze Dorf ins Verderben zu reißen drohen …

Aber es ist unfassbar rasant erzählt und ich konnte mit Irina mitfühlen, auf jeder Ebene der Geschichte.

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Sprache:

Ich kann bei diesem Buch Sprache von Symbolen nur ganz schwer trennen, darum beides hier, auch wenn die Symbole größtenteils inhaltlicher, weniger sprachlicher Natur waren.
Die Autorin kann erzählen. Und zwar sowas von.
Packend, verstörend und so, dass ich immer wieder nachgedacht habe und den einen oder anderen Satz auf Symbolgehalt abklopfen musste. Sie verwebt geschickt Farbsymboliken (Blut auf Schnee, das rote Käppchen, der weiße Hirsch als König des Waldes) mit sprachlich dichten Bildern, die noch lange vor Augen bleiben.
Für mich sprachlich genau richtig.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Eine Novelle, die unfassbar dicht und sprachlich schön eine altbekannte Geschichte völlig neu und spannend erzählt. Ich bin vom Schreibstil, der Geschichte an sich und der sorgfältigen Recherche von Nora Bendzko hellauf begeistert und es wird nicht meine einzige Geschichte dieser Jungautorin bleiben.

Wer düstere Novellen mit hohem Symbolgehalt mag und nicht vor der einen oder anderen sehr eindringlichen Szene zurückschreckt, wird hoffentlich genauso viel Freude mit „Wolfssucht“ haben, wie ich.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Markus Tillmanns – „Basaltblitz – die Geburt eines Helden“ (Basaltblitz #1)

Veröffentlicht am

a basaltblitz Cover von RVST für KDPTitel: Basaltblitz – die Geburt eines Helden
Autor: Markus Tillmanns
Verlag: Amazon Create Space / Selfpublishing
Genre: Fantasy / Urban Fantasy
Altersempfehlung: ab 14
Seiten: 2559 KB entsprechen 110 Seiten
Format: Kindle eBook
Coverdesign by: Indra Renovstyawan
ASIN: B0143GWWIO
Das Buch auf der Homepage des Autors und auf Amazon

Es ist schwer, so ein kurzes Buch zu beschreiben, ohne sofort alles zu verraten, fürchte ich.
Es geht um Superhelden.
Und es ist eine völlig abgedrehte Geschichte.
Allerdings sehr kurz.
Und es ist kein Comic, sondern vom Format her eher der Auftakt zu einem dreibändigen Serial, für einen Roman ist es zu kurz und das Ende zu offen.
Ich mochte die Idee, ich fand weite Teile des Buches entweder spannend oder ziemlich witzig und hatte auf alle Fälle Spaß beim Lesen.

Cover:

Das Einzige, woran ich etwas auszusetzen hätte, wäre die Lesbarkeit der Schrift bei „Fantasy-Roman von Markus Tillmanns“ , weil es natürlich in weiß auf hellblauem Grund nicht perfekt zu lesen ist. Aber das ist Meckern auf fast schon übertrieben hohem Niveau.
Abgesehen davon ist das ein hochprofessionell gezeichnetes Cover, das zumindest für mich auch sofort den Flair eines Comiccovers hatte. Ein Superheld mit allem was dazugehört – Cape, wallende Haare, Superkräfte und unbeteiligter Blick – und eine tolle Hochhauskulisse. Auch die Farben sind schön aufeinander abgestimmt. Das Buch wäre definitiv ein Coverkauf geworden, wenn ich es im Buchladen gesehen hätte.
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Nick ist ein ganz normaler Junge – eher klein und schmächtig für sein Alter, wird er von seinen Klassenkameraden teilweise brutal gedemütigt und gemobbt. Da hilft nur die Flucht in die fernen Welten der Helden aus seinen Lieblingscomics. DIE hätten bestimmt keine Probleme mit unliebsamen Mitschülern!
Doch dann kommt der geheimnisvolle Neue in die Klasse und bringt einen Kometen mit – den Nick prompt verspeist. Nur um am Morgen darauf als Superheld aufzuwachen.
Das ergibt alles nicht wirklich einen Sinn? Muss es auch nicht. Langsam kristallisiert sich heraus, wieso es zu Nicks Umwandlung zum Superhelden kommt und es gibt eine charmante Erklärung dafür, wieso eigentlich niemand einen Superhelden erkennt, auch wenn der gar nicht maskiert ist. Und natürlich gibt es einen übermächtigen Gegner UND eine ganz besonders lästige Schwachstelle.
Hier hätte ich mir gewünscht, dass das Buch ein wenig länger gewesen wäre und man als Leser zumindest einige Erklärungen bereits in Band 1 erhalten hätte. Die Handlung bewegt sich so rasant fort, dass teilweise gar kein Raum für genauere Überlegungen bleibt. Wieso kriegt er ausgerechnet DIE Schwäche, die er gekriegt hat? Wo kommt dieser seltsame Komet her? Was ist da eigentlich los?
Bei Kurzromanen und Serials habe ich kein Problem mit extrem offenen Enden – das Konzept ist aus Fernsehserien ja hinreichend bekannt – aber ich hätte mir trotzdem im Mittelfeld ein paar zusätzliche Ruhepole und die eine oder andere Erklärung gewünscht. So ging es für meinen Geschmack einen Tick zu hastig durch die Handlung und besonders im hinteren Drittel hatte ich andauernd viele Fragezeichen im Gesicht.

Feuerflocke drei Sterne Klein

Sprache:

Sprachlich ist das Buch sehr souverän. Ich habe kein einziges Mal gestockt, mich in meiner Immersion gestört gefühlt oder ein „So würde das doch kein Mensch sagen“ im Kopf gehabt.
Dank der flüssigen Schreibe und dem sehr lockeren Stil fühlte ich mich auf alle Fälle die ganze Zeit über bestens unterhalten. Vielleicht war darum das Buch so schnell vorbei?

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Wer ein rasantes, kurzes Buch für Zwischendurch sucht, das gleichzeitig unterhaltsam und gut geschrieben ist, für den ist „Basaltblitz“ das Richtige.
Für mich persönlich war es der Kürze fast zu viel und ich hätte mir oft eine Verschnaufpause oder zumindest etwas weniger dicht aneinandergepackte Handlung gewünscht, aber wer eine stark komprimierte Folge einer Superheldenserie in Buchformat zu schätzen weiß, den wird das nicht stören.
Tolles Cover, eine souveräne Sprachbeherrschung und eine neugierig machende Geschichte mit Luft nach oben für die Folgebände – in denen dann hoffentlich all das aufgelöst wird, was die Fragezeichen über meinem Kopf in Band 1 verursacht hat.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Disclaimer: Danke an Markus Tillmanns für das Rezensionsexemplar!

Ally J. Stone – Blutsbande (Geliebtes Blut #1)

Veröffentlicht am
Blutsbande

Cover mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Titel: Blutsbande
Autorin: Ally J. Stone
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Genre: Urban Fantasy
Altersempfehlung: 16+
Seiten: 422
Format: Taschenbuch
Coverdesign by: High Five Studios
ISBN: 978-1518801143
Das Buch auf Amazon und auf der Homepage der Autorin (dort mit Signatur!)

Es ist das erste CreateSpace-Taschenbuch, das ich in der Hand halten durfte und ich war sehr gespannt auf… so ziemlich alles. Wie wird es aussehen? Wie fühlt es sich an? Ist die Bindung gut?
Am Inhalt hatte ich keine Zweifel – ich wusste, dass der gut sein würde – aber dadurch waren die Erwartungen an das Buch natürlich gaaaaar nicht überhöht, nein…
Aber ich hatte die größte Freude daran, in diese Welt einzutauchen. Eine Welt, in der Vampire und Werwölfe mal ganz anders sind, als man es gewohnt ist und es einige Gesetzmäßigkeiten gibt, mit denen man nicht rechnen kann.
Mein Exemplar war außerdem ein Weihnachtsgeschenk, ist eins von insgesamt 10 nummerierten Büchern und ist signiert <3. Was will das Bücherherz mehr?
Cover:

Ich liebe das Cover. Ich liebe es wirklich. Es ist schlicht, schwarz, nur mit einer hellgrauen „Kratzspur“ über Autorenname und Titel.
Wer die Printausgabe kauft, kann sich außerdem über ein kleines Krallensymbol auf dem Buchrücken und eine Vorschau auf die Cover der anderen zwei Bände freuen.
Amazon druckt auf recht festem Papier, das sich angenehm seidig anfühlt und die Faktur des Covers selbst ist sehr angenehm. Mattglänzend, wertig und irgendwie will ich es immerzu streicheln.
Nach einem Mal lesen klappt es nicht mehr von alleine zu, da werde ich es eine Weile zwischen zwei dicke Bücher einklemmen, damit sich das ein bisschen gibt. Finde ich aber in Ordnung, da ich bisher kein Taschenbuch vergleichbarer Dicke in der Hand hatte, das sich ordentlich wieder zuklappen lässt, sobald man es angefangen hat.
Dafür gibt es keine Leserillen, das heißt, das Buch hält noch einige Male lesen aus. Und wiedergelesen wird es auf alle Fälle!

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Inhalt:

Ich mag Tristan. Ich mag die Jungs. Ich mag Robin.
Und ich mag den Weltenbau dahinter. Ein Prolog, der auf den ersten Blick nichts mit der Handlung zu tun hat, weist auf eine Ebene über das bloße Erzählen hinaus. Man fragt sich, wie er mit der Geschichte zusammenhängt und liest umso aufmerksamer.
Tristan will einfach nur sein Leben leben und glaubt, endlich bei der Frau seiner Träume gelandet zu sein. Aber sein Leben fängt an, sich schneller zu verändern, als er reagieren kann und als eine Fremde in seine Stadt zieht, bricht das Chaos über ihn herein. Er hat keine Wahl, als sich ihm zu stellen – und dann geschehen überraschende Dinge.
Ein Thema kristallisiert sich schon sehr schnell heraus. Familie. Wer ist die eigene Familie? Die Menschen, mit denen man aufgewachsen ist oder die Menschen, die einen aufnehmen und zur Familie machen? Wie stark sind die titelgebenden Blutsbande wirklich?
Aber auch Liebe, Spannung und eigene Entscheidungen kommen hier nicht zu kurz.
Gerade bei großen Gruppen – und Tristans Freundeskreis ist recht groß – besteht immer die Gefahr, in die Beliebigkeit abzugleiten, Namedropping zu betreiben oder die Figuren nicht genug ausdifferenzieren zu können. Aber die ganze Gruppe war wunderbar vielfältig. Ich konnte die Jungs jedenfalls immer gut auseinanderhalten.
Nun bin ich gespannt, ob mehr vom faszinierenden Weltenbau in den nächsten Bänden enthüllt wird.

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Sprache:

Der Roman ist in Präsens geschrieben. Ich mag das sehr gerne, für manche Leser ist das jedoch gewöhnungsbedürftig. Wenn man aber erstmal in dieser Art des Erzählens drin ist, dann liest sich der Roman wunderbar flüssig weg und man ist auf diese Weise immer im Text drin.
Ally hat einen sehr lockeren, sehr leichten Schreibstil. Sie schreibt nicht um den heißen Brei herum, sondern nennt die Dinge bei ihrem Namen, ohne ins Geschmacklose abzudriften.
Sie ist eine der Wenigen, die tatsächlich Liebesszenen schreiben kann, ohne dass ich vor Lachen über bescheuerte Formulierungen vom Stuhl falle oder mich frage, ob ich gerade eine sinnliche Szene oder eine Gebrauchsanweisung lese.  Die im Buch vorkommenden Szenen sind vollkommen gegensätzlich und jeweils genau richtig umgesetzt.
An ein paar Stellen hätte ich vielleicht ein paar Absätze mehr gemacht, aber das ist Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Ich fühlte mich in einer Welt, in der es Vampire und Werwölfe gibt – diese aber erfrischend anders als üblich sind – gut aufgehoben und bestens unterhalten.
Ally J. Stones Fabelwesen sind nicht gerade glitzernde Glamourkids oder flauschige Schoßhündchen. Vampire und Werwölfe zeigen sich von ihrer wilden Seite mit allen daraus folgenden Konsequenzen und… das macht einfach großen Spaß beim Lesen.
Von den bereits erwähnten Liebesszenen bis hin zu gut choreografierten Kämpfen und rasanten Verfolgungsjagden ist alles dabei.
Ich freue mich auf den zweiten Band, der im Frühjahr erscheinen soll und bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie es mit Tristan und Co. weitergeht.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Marie Graßhoff – Kernstaub – Über den Staub an Schmetterlingsflügeln (Kernstaub #1)

Veröffentlicht am

Titel: Kernstaub – Über den Staub an Schmetterlingsflügeln
Autorin: Marie Graßhoff
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Genre: Science Fiction? Fantasy? Science Fantasy? Schwer zu sagen.
Seiten: 822 Seiten entsprechen 1516 KB
Format: Kindle eBook
ASIN: B0178U5IEM
Das Buch auf Amazon – falls ihr keinen Reader habt und nicht auf dem Smartphone lesen wollt, gibt es auch eine Taschenbuchausgabe.

Ich bin Fangirl geworden. Ernsthaft. Ja, der Roman ist ziemlich lang (das Taschenbuch ist 822 Seiten lang) und es handelt sich um ein Independent-Werk, das die Autorin – etwas mehr als einen Monat jünger, als ich – da selbst herausgebracht hat.
Und es ist eins der schönsten und tiefgreifendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Vom Ranking würde ich das sofort mit zu meinen Favoriten tun und es völlig gleichwertig neben „Harry Potter“, „ASOIAF“ und Co. in mein gedankliches „Beste Reihen“-Rega stellen.
Hier wird eine Welt aufgebaut, die auf einem komplexen System aus Seelenwanderung, Wiedergeburt und der Macht des Kerns beruht – doch jedes System hat einen Störfaktor. Den Kernstaub. Mara.
Alle sagen Mara, sie müsste sich einfach töten lassen und das Universum könnte ewige Glückseligkeit erlangen – doch stimmt das wirklich?
Die poetische Schreibweise, die es schafft, auch Unsagbares in Worte zu verpacken, drang direkt in mein Herz und die Geschichte an sich ist so ungewöhnlich und gleichzeitig so menschlich, dass ich immer weiterlesen wollte, sobald ich erst in der Story drin war.
An dieser Stelle würde ich gerne eine kleine Anekdote erzählen: „Kernstaub“ war das erste Buch, das ich bei der Autorin als Rezensionsexemplar für diesen Blog angefragt habe. Mich hat die Leseprobe gereizt und die Autorin war so lieb und hat in einem Bloggerforum Leseexemplare angeboten. Damals hatte ich allerdings ein ziemlich verbuggtes Billig-Android und die einzige Version des Buches, die ich zum Laufen bringen konnte, war die PDF-Fassung (mit der ich jedes Mal neu die Stelle suchen musste, an der ich aufgehört habe, weil die App das bei der PDF-Version nicht abgespeichert hat). Dann hat Marie im Dezember 2014 das Buch über Create Space veröffentlicht (davor gab es das Buch soweit ich weiß nur über Marie, es war gar nicht frei erhältlich) und ich habe die Gelegenheit genutzt, um es mir herunterzuladen – der Prolog hat mich zappelig werden lassen, ich wollte mehr, aber… mein blödes Handy musste kaputtgehen und landete in Reperatur. Durch Schusseligkeiten seitens der Post, der Reparaturstelle etc. bekam ich es erst im Februar wieder und im März war es schon wieder kaputt. Dieses Mal mit einer neuen Android-Version, bei der aber die Reader-App dauernd abgestürzt ist, weil das Handy hardwaretechnisch die Leistung nicht verkraftet hat. Args.
Dann hat Marie angekündigt, eine Leserunde auf Lovelybooks zu veranstalten. Mir wurde ein neues Handy geschenkt.
Und ich konnte endlich, 8 Monate nach dem ersten Kontakt mit Marie, das Buch lesen. Dann aber konnte ich einfach nicht aufhören und war innerhalb absurd kurzer Zeit fertig…

Cover:

Scheinbar gibt es auch ein „altes“ Cover, das habe ich allerdings glaube ich gar nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ich kenne es jedenfalls nur mit dem „neuen“ Cover – also dem schwarz-orangen Bild von einem zerstörten Planeten und der Silhouette zweier Menschen vor Wolken und Sternen.
Ich mag das Cover unheimlich gern. Es ist eines dieser Cover, die perfekt zur erzählten Geschichte passen. Der zerstört wirkende Planet und das sich ausbreitende Band aus Licht kommen ganz konkret in der Geschichte vor und die zwei Menschen könnten die Protagonistin und ihr Begleiter sein.
Ich schaue es mir eigentlich sehr gerne an und es macht sich optisch auch sehr gut auf einem 5,7-Zoll-Display.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Hier wird eine Welt ausgebreitet, die sehr vielschichtig ist und ich bin mir immer noch sicher, dass wir noch gar nicht all ihre Facetten gesehen haben.
Mara lebt in einer Sphäre – einem abgespalteten Abbild der Welt zwischen dem 14ten und dem 22sten Jahrhundert, das sich immer und immer wiederholen wird – und weiß nicht, dass in der Wirklichkeit inzwischen mehrere Jahrhunderte vergangen sind und die Welt wie Mara sie kennt längst nicht mehr existiert.
Doch nicht nur die Welt ist anders als gedacht – so gut wie jeder Mensch aus Maras näherer Umgebung ist nicht der, der er oder sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Am Allerwenigsten aber Mara selbst.
Sie muss sich nicht nur mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass die Welt wie sie sie kennt eigentlich nur eine Illusion ist – sie muss auch lernen zu verstehen, dass sie die einzige Störung im System ist und seit acht Milliarden Jahren gejagt wird. Angeblich müsste sie nur sterben, damit alle Seelen der Welt irgendwann in der Lage sind, absolute Seeligkeit zu erlangen.
Doch was ist eigentlich der Kernstaub?

Ein komplexer Weltenbau, eine komplexe Geschichte und viele Themen, die uns alle angehen. Marie Graßhoff spricht in diesem Roman Umweltverschmutzung, menschliche Verblendung im ewigen Haschen nach „besser, schneller, reicher“, Kriege, Grausamkeit aber auch zeitlose Schönheit an. Es ist lange her, seit ein Roman ein so tiefes Echo in mir hinterlassen hat, dass ich auch Tage nach dem Fertiglesen immer noch gelegentlich daran denke und mit einer schmerzlichen Sehnsucht im Herzen wissen möchte, wie es weitergeht.

Das haben eigentlich nur wenige Buchreihen in diesem Maße bei mir geschafft.
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Die Sprache ist Geschmackssache.
Mir persönlich gefällt diese Art Sprache. Voller Metaphern und ungewöhnlicher Sprachbilder, schafft Marie Graßhoff es, sogar Dinge wie die völlige Auflösung des Ichs in einem Schwarm Schmetterlinge oder die Zersplitterung einer Seele in Worte zu kleiden.
Wundervolle, kostbare und mehrdeutige Worte, in die ich mich oft hineinlegen könnte und die mich oft eher an ein Prosagedicht erinnert haben und weniger an eine tatsächliche Geschichte.
Und so manches Wort trifft dabei einfach mitten ins Herz, samt Widerhaken, bleibt stecken und tut weh. So schön geschrieben ist das – für mich.
Da ich aber weiß, dass nicht alle diese Art von Sprache mögen, würde ich euch empfehlen, in eine Leseprobe reinzuschnuppern. Ich jedenfalls war begeistert.
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Habe ich schon erwähnt, dass ich mich in dieses Buch verliebt habe und nun sehnsüchtig darauf warte, dass „Weltasche“ erscheint?
Ich glaube, der Reader war noch ganz heiß von meinem schnellen Lesen, da habe ich auch die kleine Zusatzgeschichte zum Roman regelrecht inhaliert.
„Kernstaub“ ist ein sehr philosophisches, aber gleichzeitig durchaus auch actionreiches Buch mit ungewöhnlichem Weltenbau, faszinierenden Romanfiguren und einer Sprache, die unglaublich poetisch ist.
Wer ein ungewöhnliches Buch mit sehr ernsten gesellschaftskritischen Anklängen und einer düsteren Stimmung lesen möchte, für den ist „Kernstaub“ perfekt.

Feuerflocke fünf Sterne Klein
Disclaimer: Ja, ist das nun ein Rezensionsexemplar oder nicht, wenn man den Beginn dieses Blogposts berücksichtigt? Naja, vermutlich nicht wirklich. Aber ich möchte den Disclaimer nutzen, um Marie dafür zu danken, die Leserunde moderiert zu haben. Es war wunderbar, mit dir über das Buch zu diskutieren, Zusatzfragen zu stellen und ganz besonders tief in die Welt von Mara einzutauchen!

Patricia Jankowski – Der Fluch der Kelten: Gesamtausgabe

Veröffentlicht am

Titel: Der Fluch der Kelten: Gesamtausgabe
Autorin: Patricia Jankowski
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Genre: (christliche?) Fantasy
Seiten: 800
Format: bei Amazon als Taschenbuch, ich bekam eine ePub-Ausgabe
ISBN: 978-1503186477
Das Buch auf Amazon

Das ist das erste Buch, auf das ich mich als junge Buchbloggerin direkt beworben habe. Die Autorin hat auf Facebook gefragt, wer denn Lust hätte, die Gesamtausgabe zu lesen.
Ich habe mich gemeldet und das zu einer Zeit, als dieser Blog hier wirklich noch völlig in den Kinderschuhen steckte und wir noch keine zehn Rezensionen hatten, glaube ich. Einfach weil mir die Idee und die Inhaltsangabe so gut gefallen haben, dass ich dachte: Hey, vielleicht habe ich ja Glück, obwohl wir hier noch keine 500 Follower haben.
Und… Ja, ich habe es bekommen und mich erstmal wie eine Schneekönigin gefreut!
So viel zur Geschichte, wie das Buch zu mir gekommen ist.
Versprochen wurde mir Magie, ein Vampir mit Seele und eine Liebe, die die Jahrhunderte überdauert. Erhalten habe ich ein sehr nachdenklich machendes Buch, das gekonnt zwischen Spannung und Philosophie balanciert hat.

Cover:

Vorneweg gesagt: Im Buch kommen insgesamt drei rothaarige, aber eher blasse Frauen vor. Eine davon ist der wunderschöne, rothaarige Engel auf dem Cover.
Ein handgezeichnetes Cover, bei dem sich jemand an Engelsflügel gewagt hat? Ein Sarkophag, auf dem eine Frauengestalt zu sehen ist und bei dem der Blick ganz bewusst durch den sparsamen Einsatz von Farbe in Richtung Bildmitte hin zur glänzenden Sanduhr gelenkt wird?
Das Cover gefällt mir eigentlich im Großen und Ganzen sehr gut. Einen Punkt Abzug gibt es aber, weil es… irgendwie trotzdem etwas düster wirkt. Und auch wenn es bei dieser Geschichte durchaus düstere Noten gibt, hätte ich mir hier ein helleres, freundlicheres Cover gewünscht. Und wenn man es nur darüber gelöst hätte, dass der pergamentartige Hintergrund einen-zwei Farbtöne heller geworden wäre.
Mit der Dunkelheit wird das Cover einer am Ende durch ihre innere Helligkeit bestechenden Geschichte nämlich nicht völlig gerecht.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Inhalt:

Wer mich privat kennt, weiß: Ich bin seit über zehn Jahren (und davor hatte ich einfach keine bewusste Weltanschauung, weil man die mit unter 14 ohnehin selten zu haben pflegt) eine überzeugte, in ihrem Leben gut verurzelte Atheistin. Somit war es für mich ganz am Anfang nicht leicht, es einfach als Prämisse für diese Geschichte zu akzeptieren, dass die in der Bibel geschilderten Geschichten zumindest in irgendeiner Weise als wahr angesehen werden müssen. Sonst funktioniert die Story nicht.
Damit habe ich nicht gerechnet und es hat mich mehr aus der Bahn geworfen, als man erwarten sollte. Ich bin diese Art Fantasy einfach nicht gewöhnt, „Narnia“ war bisher mein einziger Ausflug in deutlich christliche Fantasy (oder zumindest war es mir nur bei „Narnia“ stark bewusst, dass es christlich geprägt ist).
Nachdem ich aber für mich einfach akzeptiert habe, dass es eine Prämisse dieser Fantasystory ist, dass Gott in irgendeiner Form existiert und es Engel gibt, kam ich gut in die Story rein und war offen für die mir in dieser Geschichte gelieferte Interpretation.
Denn wenn man sich darauf erst einlässt, ist dieser Teil weitaus vielschichtiger, als ich auf den ersten Blick gemeint hätte. Dass es Engel gibt, ist eindeutig – aber nirgends heißt es, es gäbe nur den einen, christlichen Gott. Im Gegenteil. Man merkt dem Verhalten der Engel an, dass sie eigentlich nicht darüber sprechen dürfen – aber was ist aus den anderen Gottheiten geworden? Wieso sitzt der griechische Argus als Bibliotheksverwalter im christlichen Himmel?
Ja, es ist alles weniger eindeutig, als man auf den ersten Blick meint.

Der Inhalt von Band 1, kurz umrissen: Famke hat eine turbulente Zeit hinter sich. Sie geht an ein Hexeninternat, um den Umgang mit ihren Fähigkeiten zu lernen und Ruhe zu finden. Doch statt dessen versucht ein Wesen, über ihre Träume Kontakt mit ihr aufzunehmen.
Bei dem Wesen handelt es sich um niemanden Geringeres als den Engel Anthriel, einen der alten Engel. Er braucht Famkes Hilfe, denn eine Gruppe Vampire ist hinter einem Artefakt her, das ihnen unendliche Macht verleihen könnte.
Die letzten Spuren führen nach Jerusalem. Werden Famke, ihr Bruder Gabriel, dessen Geliebter der besselte Vampir Corbin und die zwei Engel Eloa und Anthriel es schaffen, das Artefakt vor den Vampiren zu finden und die Welt davor zu bewahren, von Dunkelheit überschwemmt zu werden?

Was als durchaus spannende und mitreißende Questgeschichte beginnt, entpuppt sich im Laufe der Handlung als eine völlig andere – und wesentlich tiefgreifendere Story. Denn bei dem Artefakt handelt es sich um den Sarkophag der schönen Briana, einer vor tausend Jahren grausam geopferten Keltin. Ihr Ehemann Aidan hat von der Göttin Sirona tausend Jahre Unsterblichkeit erhalten, um Briana zu retten und den Fluch zu brechen.
Doch auch seine Zeit läuft langsam ab – und so bleibt Famke gegen den Willen Gottes keine Wahl, als Aidan zu finden, sein Geheimnis zu lösen und ihm zu helfen, Briana zu finden.
Als hätte sie nicht genug eigene Sorgen, denn der Engel Anthriel hat ihr den Kopf verdreht – doch Engeln und Menschen ist es verboten, sich zu lieben…

Wie bereits erwähnt – anfangs war ich ein wenig erschlagen davon, dass es eine Prämisse für die Story ist, dass es in irgendeiner Weise Gott samt seinen Engeln und eine Art Himmel gibt und diese Wesen einen Einfluss auf die reale Welt haben. Im Laufe des Romans wird die Welt jedoch zunehmend komplex – Anthriel muss mit gefallenen Engeln aus der Hölle reden und Geheimnisse lüften, die von Gott selbst unter Verschluss gehalten werden. Und warum? Weil ein Lüften dieser Geheimnisse ans Licht bringen würde, dass es mehr als nur diesen einen Gott gibt.
Mit der im Roman vorgestellten Lösung kann ich nicht nur gut leben (auch weil sie erfrischend verrückt ist), sie brachte mich auch auf einer metaphorischen Ebene zum Nachdenken.
Nicht über Götter. Aber über das, was im übertragenen Sinne durch die Göttermetaphorik über unsere Gesellschaft ausgesagt wurde in diesem Roman.
Trotz anfänglicher Irritation meinerseits darum volle Punktzahl.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Die Sprache ist sehr poetisch und atmosphärisch.
Egal ob im Prolog während der Opferung von Briana, bei Schlachten biblischen Ausmaßes oder im Vatikan – die Sprache hat für jeden Schauplatz die richtige Atmosphäre geschaffen.
Als Extra-Bonbon gab es in meiner elektronischen Ausgabe ein tolles Glossar mit Zusatzinformationen, die von der Autorin zusammengestellt waren und genauso toll geschrieben waren wie der Roman selbst.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:

Das Buch hat mir auf jeden Fall sehr gefallen.
Es lohnt sich, die Gesamtausgabe zu lesen – denn so hat man alle Zusammenhänge und kann hintereinander weg lesen. Denn das will man wirklich.
Das Buch war für mich von der ersten bis zur letzten Seite spannend, berührend und an vielen Stellen sehr nachdenklich.
Patricia Jankowski schafft es, in einer spannenden Geschichte viele Probleme anzusprechen – das Streben nach reinem Wissen, den Missbrauch von Wissen durch skrupellose Menschen, die Gier nach Macht und Reichtum, den Fluch eines viel zu langen Lebens, Korruption auf höchster Ebene… und mittendrin immer die Liebe, die aus allen noch so großen Sackgassen einen Ausweg findet – zumindest in einem Roman.
Ein Buch, bei dem ich einen meiner liebsten Gedanken bestätigt finde – Fantasy ist nicht Eskapismus. Fantasy ist Gesellschaftskritik auf metaphorischem Niveau und gute Fantasy hält der Gesellschaft immer einen Spiegel vor.
Das ist hier auf jeden Fall gelungen.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Disclaimer: Siehe oben – ich habe das Buch von der Autorin erhalten, weil ich darum gebeten habe. Und ich habe es keinen Augenblick bereut, denn so habe ich ein Buch entdeckt, von dem ich normalerweise wohl nie erfahren hätte. Ich wünsche der Autorin, dass sie viele weitere Leser begeistern kann!

Mia Bernauer – Delia – Das Smaragdgrüne Feuer (Delia #3)

Veröffentlicht am

Titel: Delia – Das Smaragdgrüne Feuer
Autorin: Mia Bernauer
Verlag: Amazon Create Space
Genre: Romantasy
Seiten: 426 KB entsprechen 226 Seiten
Format: Kindle eBook
ASIN: B00M3WIF3W

Das Buch auf Amazon

Das Ende der Trilogie ist noch mal wesentlich temporeicher, als es die zwei gemächlich anfangenden Bände erwarten ließen – kaum angefangen, schon jagt ein Kampf den nächsten und für Delia gibt es kaum Ruhephasen. Cassian ist wieder da und er sorgt dafür, dass sich Delias Träume nach einem Leben als Jaguar nicht so leicht erfüllen lassen.
Sie ist umgeben von Intrigen und Problemen, nur Sebastian scheint noch an ihrer Seite zu sein und sie zu unterstützen…
Doch dann kommt alles völlig anders, als Delia denkt.

Die Trilogie wurde von Band zu Band besser und obwohl ich kein Fan von Romantasy bin und schon gar nicht zu denen gehöre, die bei einem Happy-End in einem Buch zu weinen beginnen, musste ich mir bei dieser Geschichte am Ende mühsam die Tränen verkneifen.
Die Liebesgeschichte ist hier kein Handlungskitt, die Gefühle der Personen werden authentisch beschrieben. Wenn Delia Zeit braucht, braucht sie Zeit und wenn sie verletzt wurde, schmeißt sie sich nicht sofort ihrem Liebsten an den Hals. Love-Interest Leander wird zunehmend sympathischer, weil er immer menschlichere Züge annimmt. Besonders im letzten Band ist es sein Verhalten und seine Veränderung, die viele Dinge herumreißt.
Zumindest bei dieser Autorin weiß ich, dass ich sogar bei Romantasy nichts falsch machen kann, denn die Liebesgeschichten sind authentisch, die Figuren intelligent und die Geschichten und Spannungsbögen gut durchdacht. Weder wirkte Band II wie ein Lückenfüller, noch Band I wie ein zu lang geratener Auftakt – jeder Band wirkte in sich geschlossen und hatte einen schönen Spannungsbogen, gleichzeitig zog sich ein roter Faden durch die ganze Trilogie.

Cover:

Nachdem das Cover für Band 2 ja nicht so ganz meinem Geschmack entsprochen hat, gefällt mir das für Band 3 wieder wesentlich besser. Statt eines Farbtons zwei, statt Katzentieren nun Adler – was hat das zu bedeuten?
Wer den Roman kennt, weiß es – wer nicht, kann hier bereits ein wenig rätseln und sich in die Romanhandlung hineinträumen.
Auch die schwebende Delia in dem schönen, blauen Kleid passt hier wieder perfekt.

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Inhalt:

Eine Stärke der gesamten Reihe ist, wie ich bereits schrieb, dass jeder Band für sich stehen kann – auch wenn natürlich alle Bände nötig sind, um die ganze Handlung zu verstehen. Band 1 ist kein überlanger Prolog, Band 2 kein Lückenfüller, Band 3 wirkt nicht völlig unnötig – wie es vielen Trilogien angelastet wird.

Drei Monate – um sich zu verabschieden, um normal zu sein, um das alte Leben ein letztes Mal zu genießen. Mehr hatte Delia nicht verlangt und war das wirklich so viel?
Doch Leander hat keine Wahl und muss sie früher in die Welt der Halbwesen zurückholen, als beabsichtigt. Es herrscht praktisch Krieg, Cassian ist wieder auf freiem Fuß und nur die Auserwählte kann den Halbwesen wieder den verdienten Frieden bringen. Worüber Delia verständlicherweise alles andere als begeistert ist…
Als dann auch noch die Therion darauf bestehen, dass Delia in die Heilige Stadt Rijon gebracht werden soll, ist niemand damit glücklich.
Doch dann wird alles viel komplizierter, als gedacht…

Spannend, ereignisreich, mit einem aufregenden Showdown und einem schönen Ausklang.
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Sprache:

Auch hier gab es wieder einige Lücken im Lektorat und Korrektorat – nicht immer wurde das perfekte Verb gewählt und so manches Verb aus dem Bereich „sagen, denken, meinen, rufen, meckern“ etc. war doch zu viel und für den Dialog eigentlich nicht nötig.
Ansonsten ist die Sprache aber sehr bildlich und schön. Einige Male nahmen längere Einschübe die Spannung aus der Handlung (wenn Delia schreit, weil ihr ein Leopard auf die Motorhaube springt, muss man NICHT einschieben, dass die Tiere in Kalifornien doch gar nicht vorkommen), aber auch das geschieht eigentlich sehr selten.
Wer nicht gerade selbst schreibt, dem werden diese Dinge vielleicht nicht einmal auffallen und abgesehen davon ist die Sprache schön und gut lesbar.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Fazit:

Ein gelungener Abschluss für eine sehr fantasievolle Trilogie – wie oben bereits erwähnt, stand jeder Band für sich und der Abschlussband bildete auch wirklich den krönenden Abschluss der ganzen Reihe. Ein Pluspunkt sind hier auf jeden Fall Charaktere, die bereits dem Teenagealter entwachsen sind – und somit nicht die Reihe an Klischeeproblemen mitbringen, auf die man im Romantasybereich so trifft.
Der Ausrichtung auf ein erwachseneres Zielpublikum ist auch zu verdanken, dass es nicht annähernd so glatt am Ende für alle verläuft, wie man es von einer Teeniegeschichte erwarten müsste. Und das hat die Spannung wesentlich erhöht.

Da wir hier keine halben FeuerFlocken vergeben, runde ich auf – und gebe sowohl der gesamten Reihe als auch dem Abschlussband die volle Flockenzahl:

Feuerflocke fünf Sterne Klein

Band 3 habe ich mir übrigens selbst gekauft :).