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Sarah Ockler – #skandal

Veröffentlicht am
Quelle: Randomhouse Bloggerportal

Quelle: Randomhouse Bloggerportal

Titel: #skandal
Autorin: Sarah Ockler
Verlag: cbt (gehört zu Random House)
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren (Verlagsempfehlung)
Seiten: 416
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-16298-9
Das Buch auf der Verlagshomepage

Die Beschreibung liest sich zwar wie eine relativ konventionelle Teenie-Schnulze, aber da ich in letzter Zeit irgendwie einen Narren an Jugendbüchern über und mit Social Networks gefressen habe, konnte ich nach „Marias letzter Tag“ featuring Youtube einfach nicht an „#skandal“ featuring Facebook vorbei. Wenn als Nächstes noch ein Roman über twitternde Jugendliche käme, wäre ich begeistert – da treibe ich mich nun mal am Liebsten herum.
Zum Glück ist Lucy alles andere als so ein typisch girliges Klischeemädchen, das sich am Liebsten die Zehennägel rosa färbt und ungefähr so viel Hirn wie Kastenbrot hat. Im Gegenteil. Lucy ist intelligent, gut in der Schule, eine gepiercte Gesellin mit gefäbrtem Haar, einem riesigen Schäferhund namens „Night of the living Dog“ und hat „im Teamplay Zombies schnetzeln“ als Haupthobby, wenn sie nicht gerade Gothic-Stiefel spazieren führt. Dass eine Liebesgeschichte also auch einem Mädchen passieren kann, das nicht in der rosaroten Zuckerwelt lebt, fand ich herrlich erfrsichend und natürlich konnte ich mich mit ihr besser identifizieren.

Cover:

Auf dem Cover sind tatsächlich Cole und Lucy – und vermutlich authentische Markierdingsdas bei Facebook (ich nutze dieses Tool nie, deswegen habe ich es noch nie in freier Wildbahn gesehen)  – wie sie gerade auf ihrem Kussfoto markiert werden.
Als Cover die Schlüsselszene zu nehmen, mit der alles beginnt, ist nicht unclever.
Ich persönlich mag normalerweise keine Fotocover. Ich mag, um ehrlich zu sein, absolut keine Fotocover, da die bei mir immer irgendwie einen billigen Nachgeschmack hinterlassen. Man nehme ein Foto und tue Schrift drauf, fertig.
Hier fand ich das durch die Markierkreise nicht mal unbedingt so schlimm. Immerhin ist das Buch selbst ein schönes, wertiges Hardcover – auch wenn ich persönlich für die neonpinke Umschlaginnenseite eher wenig Sympathie habe. Ich mag Pink nun mal nicht und schon gar nicht in Neon. Was cbt und die dortigen Buchdesigner können, ist aber definitiv stimmige Gestaltung – Blautöne auf dem Cover (Himmel), Blau-Neonpink-Kontraste durchgängig bei der Buchgestaltung durchgehalten.
Aber mir persönlich hätte doch ein Cover besser gefallen, das zumindest vom Motiv her einen Tick wertiger rüberkommt, als das Foto.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Inhalt:

Eigentlich ist Lucy absolut kein Fan von Abschlussbällen und würde viel lieber daheim sitzen und mit ihrer Gruppe Zombies schnetzeln. Aber da ihre beste Freundin Elli mit Grippe im Bett liegt, muss Lucy in Ellis Kleid und mit Ellis Freund Cole zu Ellis Ball. Ehe sie sichs versieht, landet sie dabei auf der Afterparty und… küsst Cole.
Ehe sie auch nur die geringste Chance hat, die Sache in Ordnung zu bringen, tauchen Bilder davon auf Facebook auf – und eine Woge des Hasses bricht über Lucy herein. Was kann sie tun, um da wieder rauszukommen? Und wem kann sie eigentlich vertrauen?
Einer meiner Hauptkritikpunkte am Inhalt ist Cole. Der Junge  ist ein Bilderbuchschwarm – Schlagzeuger, gutaussehend, ebenfalls mit Hund.  Abgesehen davon erfährt man über ihn allerdings nicht viel. Er ist halt da und will geliebt werden, ist auch immer für Lucy da und hält sie von Fehlern ab. Aber abgesehen davon bleibt er für mich blass. Fast, als wäre er ausschließlich vorhanden, weil nun mal für die Geschichte ein Quotenschwarm gebraucht wird, ist aber ansonsten kaum relevant.
Interessanter ist hier die Rolle einer gewissen lokalen Berühmtheit, die mehr mit Lucy zu tun hat als man denkt und das Rätsel, wer die geheimnisvolle „Miss Behave“ ist, die regelmäßig dazu aufruft, Skandalöses auf ihre Seite zu posten.
Stellenweise fand ich es vorhersehbar, stellenweise zog es sich für mich ein bisschen und ich hatte das Gefühl, dass eigentlich nichts passiert.
Auch wenn das Buch dennoch sehr kurzweilig war, hätte ich mir hier schlicht mehr Tempo und Feuer gewünscht. Es wirkte oft zu sehr auf kleiner Flamme geköchelt.

Feuerflocke vier Sterne Klein

Sprache:

Was ich an dem Roman wirklich gemocht habe, war wie echt die Jugendlichen und ihre Kommunikation untereinander wirkte. Da werden Facebooknachrichten, SMS und andere Sachen abgedruckt, die sich lesen, als hätten sie wirklich lebende und atmende Teenager aus dem 21sten Jahrhundert geschrieben.
Viele Verweise auf aktuelle Bücher und Serien, echte Nerds, die nicht wie peinliche Sockenpuppen wirkten. Das war sympathisch und hat auch über so manche Länge in der Handlung hinweggetröstet. Auch wenn eigentlich nichts passiert, man kann immer noch die sprachliche Güte der Kommunikation genießen und das habe ich auch.
Feuerflocke fünf Sterne Klein

Fazit:
Ein wenig störte mich an einigen Stellen die Vorhersehbarkeit – was aber dadurch wettgemacht wird, dass die Autorin mich auch so manches Mal eiskalt völlig auf dem falschen Fuß erwischt hat.
Aber es ist ein nettes Buch und die Liebesgeschichte rückt nicht so wahnsinnig in den Vordergrund, dass es mich nerven würde – wo sie aber vorkommt, wird sie sehr schön geschildert.
Das Buch ist auf jeden Fall grundsolide und durchaus unterhaltsam, kann aber beispielsweise von der emotionalen Intensität und der Unaufdringlichkeit der Message einfach nicht mit dem weiter oben verlinkten „Marias letzter Tag“ mithalten. Auch wenn das Thema durchaus ernst ist, dringt hier nun mal doch zu sehr der eher amerikanische locker-flockige Roman durch. Mir fehlte etwas Tiefgang, Ansätze wären da durcaus vorhanden (Elli wächst bei zwei weiblichen Elternteilen auf, Promis und Leidbewältigung, Social Media, Verschwörungstheorien etc.), wurden aber oftmals nicht so ausgenutzt, wie es möglich gewesen wäre.
Feuerflocke vier Sterne Klein

Disclaimer: Gelesen im Rahmen einer Leserunde auf „Katze mit Buch“ – danke für mein Exemplar und für den gemeinsamen Lesespaß!

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Über Evanesca Feuerblut

Lektorin, Alphaleserin, Forumsadministratorin, Entdeckerin, Trilogie-in-X-Bänden-Autorin, Chara-Dichterin, Neologistin, Polyglotin... und ein Fan kurioser Worte.

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